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Attentat in Arizona: Sechs Tote beim Anschlag auf US-Kongressabgeordnete

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"Wir sind zum Mekka des Hasses geworden"

10.01.2011, 16:21 Uhr

Vor diesem Einkaufszentrum verübte der Täter den Anschlag auf Gabrielle Giffords (links) und tötete sechs Menschen (Foto: AP)

Vor diesem Einkaufszentrum verübte der Täter den Anschlag auf Gabrielle Giffords (links) und tötete sechs Menschen (Foto: AP)

Schock in Amerika: Ein 22-jähriger Mann hat in Arizona eine Kongressabgeordnete gezielt in den Kopf geschossen und schwer verletzt. Danach feuerte der Täter wild in die Menge und tötete sechs Menschen, darunter ein neunjähriges Mädchen und den Bundesrichter John Roll. Zwölf weitere wurden verletzt, fünf davon schweben noch in Lebensgefahr. Das Motiv des 22-Jährigen, der überwältigt und festgenommen wurde, ist möglicherweise politisch. Die Polizei sucht nach einem Komplizen.

Der Schütze habe die 40-jährige demokratische Abgeordnete Gabrielle Giffords mit einer Pistole niedergestreckt, sagte Sheriff Clarence Dupnik. Er gab dem politischen Klima die Schuld für die Tat: "Wir sind zu einem Mekka des Hasses und der Vorurteile geworden." Vor allem wegen ihrer Unterstützung für die Gesundheitsreform machte sie sich bei etlichen rechten Wählern unbeliebt. Ihr Büro in Tucson wurde im März vergangenen Jahres verwüstet, wenige Stunden nachdem das Repräsentantenhaus für die Reform gestimmt hatte.

Jetzt steht der Vorwurf gegen einige Republikaner im Raum, die Stimmung unverantwortlich geschürt zu haben. Sarah Palin hatte vor den Kongresswahlen im vergangenen November Giffords Mandat als eines der wichtigsten "Ziele" bezeichnet und deren Bezirk auf ihrer Internetseite in einem Fadenkreuz dargestellt - dahinter stand ihr Name. "Wenn Menschen das tun, müssen sie begreifen, dass es für diese Handlung Konsequenzen gibt", hatte Giffords dazu in einem Interview des US-Senders MSNBC gesagt.

Zustand ist weiter kritisch

Giffords ist weiter in kritischem Zustand. Der Fernsehsender CNN berichtete, sie sei operiert worden. Der Arzt Peter Rhee von der Universitätsklinik in der Stadt Tucson habe sich "sehr optimistisch" zu ihren Überlebenschancen geäußert. Rhee erklärte, Giffords sei nach dem chirurgischen Eingriff auf die Intensivstation verlegt worden.

Das Blutbad ereignete sich vor einem Lebensmittelgeschäft in einem Einkaufszentrum, wo die Kongressabgeordnete einen Bürgertreff abhielt. Ein Mitarbeiter Giffords, Mark Kimball, beschrieb die Szene während der Schießerei als ein "komplettes Chaos". Der bewaffnete Täter habe das Feuer auf Giffords und ihren Bezirksdirektor eröffnet. Dann habe er damit angefangen, wahllos auf Mitarbeiter der Demokratin und Menschen zu schießen, die sich angestellt hätten, um mit der Abgeordneten zu sprechen.

Täter veröffentlicht Abschiedsbotschaft

Sheriff Clarence Dupnik sagte, Giffords sei das Ziel des mutmaßlichen Täters gewesen. Den 22-jährigen Verdächtigen beschrieb er als psychisch instabil, seine Vergangenheit als problematisch. "Es gibt Gründe, davon auszugehen, dass er gemeinsam mit einem anderen Menschen hierher kam", sagte der Sheriff.

Es handelt sich beim Täter um Jared L., hieß es aus Ermittlerkreisen. Auf einer MySpace-Seite von L., die am Samstag von den Ermittlern untersucht wurde, heißt es: "Auf Wiedersehen, meine Freunde". Die Seite wurde am Samstag entfernt, kurz nachdem der Bewaffnete von den US-Behörden identifiziert wurde. "Bitte seid mir nicht böse", schrieb er demnach wenige Stunden vor der Schießerei weiter.

Vor einigen Wochen wurde zudem ein Video auf YouTube veröffentlicht, in dem Jared L. die Erfindung einer neuen amerikanischen Währung beschreibt. Außerdem kritisiert er die hohe Analphabetenrate im Kongressbezirk der Abgeordneten Gabrielle Giffords. Fast alle, die keine genauen Informationen über eine neue Währung hätten, "sind sich nicht über die Methoden von Gedankenkontrolle und Gehirnwäsche im Klaren", heißt es in dem mysteriösen Text vor dunklem Hintergrund weiter.

Ein früherer Schulkamerad beschrieb den 22-Jährigen als Einzelgänger, der Marihuana rauchte. Jared L. sei offenbar "durch das Leben geglitten" und habe "sein Ding durchgezogen", sagte Grant Wiens. Ein anderer berichtete, dass L. als Schüler den Unterricht mit gelegentlichen Ausbrüchen gestört habe.

"Es ist eine Tragödie"

US-Präsident Barack Obama nannte das Blutbad "eine Tragödie für Arizona und eine Tragödie für unser gesamtes Land". Nicht nur Mitglieder der Demokraten äußerten sich über die Geschehnisse in Tucson schockiert. Der neue Präsident des Repräsentantenhauses, der Republikaner John Boehner, zeigte sich erschüttert über den Angriff auf Giffords und ihre Mitarbeiter. "Ein Angriff auf jemanden, der (der Öffentlichkeit) dient, ist ein Angriff auf alle, die dienen", sagte er.

Senator John McCain aus Arizona erklärte, das Attentat habe die gesamte Nation erschüttert. Die Gouverneurin von Arizona, Jan Brewer, sagte, sie sei todunglücklich über die Geschehnisse in Tucson. Der gesamte US-Staat sei traurig.

Giffords gegen den Trend wiedergewählt

Giffords, die mit dem NASA-Astronauten Mark Kelly verheiratet ist, wurde im November für den Kongress wiedergewählt und setzte sich knapp gegen einen Bewerber der erzkonservativen Tea Party durch. Zuvor hatte die Demokratin Mandate in Arizona inne. Sie ist als Bewerberin für einen Senatssitz im Gespräch, außerdem für das Amt des Gouverneurs von Arizona, der im Jahr 2014 neu gewählt wird.

Giffords gilt als moderate, aber streitbare Demokratin, die nicht immer auf Parteilinie liegt. So trat sie im Widerspruch zu vielen Parteifreunden seit langem für das Recht auf Schusswaffen ein.


Quelle: dpa , dapd , AFP

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Kommentare (227)

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Thema: "Attentat in Arizona: Sechs Tote beim Anschlag auf US-Kongressabgeordnete"

Peter § schrieb: am 9. Januar 2011 um 17:54:29
(0) (0) Speedy Gonzales
Bietet man Angriffsfläche wird diese gern angenommen um vom eigentlichen abzulenken. Mit guten Ködern fängt man größere
Fische, denke habe heute einen guten Fang gemacht nicht war Speedy ?
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Speedy Gonzales schrieb: am 9. Januar 2011 um 17:36:07
(0) (0) @ Peter $
Schlauer, weil sie Halbtscheche sind??? Wenn das ihr Ernst sein sollte, können Sie sich getrost in die Reihe derer eingliedern,
die Neonazi-Parolen brüllend nachts durch bestimmte Gegenden ziehen (u.a. auch in Tschechien) und sich für besser halten, als Andere. Wäre ich Psychiater, wüde ich sagen - Sie verhalten sich geradezu schizophren, denn Sie kritisieren genau das an Anderen, was Sie für sich für recht und billig halten. Nennt man sowas nicht DOPPELMORAL???
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Peter § schrieb: am 9. Januar 2011 um 17:09:02
(0) (0) strohfeuer
Über Deutschland soll das Wetter zu schlecht gewesen sein z.Zt. der geplanten Atombombenabwürfe ist mir bekannt. Nur die
Abwürfe verkürzten den Krieg das ist sicher. Es hätte auch in Vietnam und heute in Afghanistan wirkung.
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