15.03.2010, 14:36 Uhr
Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad besichtigt die Anlage zur Urananreicherung in Natans (Foto: dpa) Der Iran hat nach offiziellen Angaben wie angekündigt mit der Produktion von Uran begonnen. Das bestätigte der Leiter der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi, laut iranischer Nachrichtenagentur ISNA.
Das in Natans produzierte Material wird nach iranischen Angaben zum Betrieb eines Forschungsreaktors in Teheran für medizinische Zwecke benötigt.
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Die USA und die EU verdächtigen den Iran jedoch, unter dem Vorwand eines zivilen Atomprogramms Nuklearwaffen zu entwickeln. Die IAEA hatte Teheran vorgeschlagen, sein niedrig angereichertes Uran zur weiteren Anreicherung auf 20 Prozent in einer einzigen Lieferung ins Ausland zu schicken. Die iranische Führung forderte aber, den Austausch parallel und in Etappen zu vollziehen.
Währenddessen hat der Iran vorgeschlagen, gegen die Lieferung von Brennmaterial für seinen Forschungsreaktor auf die Produktion hoch angereicherten Urans zu verzichten. "Wann immer sie (der Westen) Brennstoff liefern, werden wir die Anreicherung auf 20 Prozent stoppen", sagte der Chef der Atombehörde, Ali Akbar Saleh, im Staatsfernsehen. Zuvor hatte Teheran offiziell bei der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA seine Pläne angemeldet, die Anreicherung hochzufahren. Bei der Umsetzung der Pläne käme der Staat der Möglichkeit einen großen Schritt näher, Atomsprengköpfe herzustellen. Der Vertreter Irans bei der IAEA, Ali Asghar Soltanieh, betonte jedoch abermals den zivilen Charakter des Atomprogramms.
Die USA dringen ungeachtet des neuen Vorschlags bei der Entscheidung über neue Sanktionen aufs Tempo. Die Vereinten Nationen sollten diesen Beschluss innerhalb der nächsten Wochen treffen und nicht weitere Monate vergehen lassen, erklärte Verteidigungsminister Robert Gates nach Angaben seines Sprechers Geoff Morrell. Gates sei der Auffassung, "dass Zeit von wesentlicher Bedeutung ist", sagte Morrell zum Abschluss eines Besuchs in Paris.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hatten bereits am Sonntag eine Verschärfung der UN-Sanktionen gegen den Iran gefordert. China dagegen rief zu neuen Gesprächen auf. "Ich hoffe, die entscheidenden Parteien werden ihre Bemühungen verstärken und den Fortschritt im Dialog und in den Verhandlungen suchen", erklärte Außenamtssprecher Ma Zhaoxu in Peking. China könnte neue Sanktionen im UN-Sicherheitsrat mit seinem Veto blockieren.
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Quelle: dapd , AFP
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