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Atomprogramm des Iran: Atomkonflikt spitzt sich zu

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Atomkonflikt mit dem Iran spitzt sich zu

09.11.2011, 13:21 Uhr

Iran: Nuklearwaffen-Forschung? (Screenshot: AP) IAEA-Bericht: Iran arbeitete an Atomwaffen

Klartext von den Atomwächtern: Das Land führte geheime Atomexperimente zum Bau von Nuklearwaffen durch.

Nach dem neuen Bericht der Internationalen Atomenergie-Behörde IAEA zum iranischen Atomwaffen-Programm hagelt es von allen Seiten Drohungen und Beschimpfungen: Der französische Außenminister Alain Juppé ist bereit "Sanktionen beispiellosen Ausmaßes" gegen den Iran zu verhängen. Der Iran drohte derweil Israel erneut mit Vernichtung, falls das Land militärisch in den Atomkonflikt eingreifen sollte.

Nach Auffassung Frankreichs muss die Internationale Gemeinschaft viel härter gegen Teheran vorgehen. Man sei bereit, bei dem Thema im UN-Sicherheitsrat viel weiter zu gehen als bislang.

Verteidigungsminister Gérard Longuet machte deutlich, dass noch härtere Sanktionen nicht gleichbedeutend mit einem militärischen Eingreifen seien. "Wir können im wirtschaftlichen, technologischen und industriellen Bereich viel weiter gehen, ohne von einer gewaltsamen Lösung Gebrauch zu machen", sagte er.

Iran setzt Atomprogramm fort

Unterdessen sagte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad bei einer Rede in der Stadt Schahrekord, man werde das Atomprogramm auch nach dem jüngsten kritischen IAEA-Bericht unbeirrt fortsetzen. Nichts könne den Fortschritt im Land aufhalten, so der Präsident. Er wies den IAEA-Bericht erneut zurück und betonte, der Iran benötige keine Atomwaffen.

Auch der iranische Vertreter bei der IAEA, Ali Asghar Soltanieh, sagte, der Iran werde "niemals seine legitimen Rechte aufgeben". Dem IAEA-Chef Yukiya Amano warf er vor, in "parteiischer, politischer und unprofessioneller" Weise gehandelt zu haben, da der veröffentlichte Bericht auf "falschen Anschuldigungen einer kleinen Anzahl von Ländern" beruhe, darunter die USA.

Teheran werde diesen "historischen Fehler nicht unbeantwortet lassen", sagte er. Die Antwort werde gemeinsam mit anderen Staaten getroffen, die den Bericht ebenfalls ablehnten.

General droht Israel mit "Zerstörung"

Vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen dem Iran und Israel drohte der stellvertretende iranische Generalstabschef, Massud Dschasajeri, Israel im Staatsfernsehen mit "Zerstörung", sollte das Land die iranischen Atomanlagen angreifen.

Israels Präsident Schimon Peres hatte am Wochenende erklärt, ein Angriff Israels und anderer Länder auf iranische Atomanlagen werde "immer wahrscheinlicher".

Ex-IAEA-Chef Baradei in der Kritik

In der israelischen Regierungsspitze ist man nach unbestätigten Medienberichten empört über den ehemaligen IAEA-Generaldirektor Mohammed el-Baradei. Dem Ägypter werde vorgeworfen, er habe das iranische Atomwaffenprogramm jahrelang gedeckt, schrieb die israelische Zeitung "Jediot Achronot".

Die Zeitung zitierte aber einen namentlich nicht genannten ranghohen Regierungsvertreter in Jerusalem mit den Worten: "Der IAEA-Bericht deckt auf, dass der frühere Leiter (Al-Baradei) nicht weniger als ein iranischer Agent war." Die Behörde und ihr Generaldirektor waren 2005 für ihre Arbeit mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.

"Er hat die Iraner vor dem Henkersstrang gerettet und war die ganze Zeit damit beschäftigt, nach ihrem Willen zu verdecken und zu vertuschen", sagte der israelische Regierungsvertreter dem Blatt. "Er hat entsetzlichen Schaden angerichtet, indem er es dem Iran ermöglicht hat, die ganze Welt zu täuschen und Zeit zu gewinnen." Er werde möglicherweise "als der Mann in die Geschichte eingehen, der dem Iran zur Atombombe verholfen hat".

Experte: Noch nicht alles aufgedeckt

Aus Sicht des deutschen Rüstungsexperten Oliver Meier ist der Iran-kritische IAEA-Bericht keine Überraschung. "Er bestätigt, was die Experten, aber sicherlich auch die Geheimdienste schon seit langem vermuten: Dass der Iran eben gezielt versucht, die Fähigkeit zu erlangen, nicht nur spaltbares Material für Atomwaffen herzustellen, sondern auch einen Sprengkopf zu entwickeln", sagte der wissenschaftliche Mitarbeiter am Hamburger Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik im Deutschlandradio Kultur.

"Über die Hälfte des Berichts beschreibt sehr detailliert, wie im militärischen Bereich geforscht wird." Das sei mit zivilen Aktivitäten nicht mehr zu erklären. Beunruhigend sei die Möglichkeit, "dass es einen weiteren Teil des Programms gibt, von dem wir noch nichts wissen".


Quelle: dapd , AFP , dpa

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Kommentare (13)

zum Forum

Thema: "Atomprogramm des Iran: Atomkonflikt spitzt sich zu"

Deutschländer schrieb: am 9. November 2011 um 14:20:33
(140) (44) Iran
Die alte Regel lautet bekanntlich, dass ein äußerer Feind der beste Garant für den inneren Frieden ist. EIn Schelm wer böses dabei
denkt, aber merkwürdigerweise fängt das Kriegsgeschrei dieser Art immer dann an laut zu werden, wenn die Schreier von eigenen internen Problemen ablenken wollen. Haben nicht z.B: die USA genau in dem Jahr, in dem sie fast bankrott gingen wegen Erreichen des gesetzlichen Schuldenlimits den höchsten Militärhaushalt aller Zeiten verabschiedes? Schon merkwürdig alles!
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Deutschländer schrieb: am 9. November 2011 um 14:18:21
(204) (54) Iran und die Bombe
Hatten wir das nicht schon diverse mal, dass angeblich ein Land Atombomben baut und das als Anlass diente, schreckliche
Kriege zu beginnen bei dem vor allen Dingen Zivilisten unschuldig getötet wurden? Mussten die USA und England nicht jeweils kleinlaut zugeben, dass man sich wohl hinsichtlich der A-Bombe geiirrt hat wenn nicht gar manipuliert wurde? Und welche Arroganz hat Israel eigentlich, wenn es selbst fast 300 A-Sprengköpfe besitzt, obwohl es doch selbst auch formal nicht darf?????
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Gerold schrieb: am 9. November 2011 um 14:17:09
(131) (97) Krieg
Die Iranische Atombombe ist genau so eine Lüge wie die "Massenvernichtungswaffen" des Irak und Libyens. Genauso eine Lüge wie
die afghanischen Terroristen. Die Amis verbreiten jedesmal nur Lügen, wenn sie einen kriminellen Angriffskrieg gegen ein friedliches Land führen wollen.
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