03.04.2011, 10:00 Uhr
Bei den Rettungsarbeiten im zerstörten Atomkraftwerk Fukushima I wurden zwei tote Arbeiter entdeckt. (Foto: dpa)
Zwei bisher vermisste Arbeiter des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima I sind tot aufgefunden worden. Die beiden Männer im Alter von 21 und 24 Jahren seien bereits bei der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe am 11. März ums Leben gekommen, teilte der Kraftwerksbetreiber Tepco mit.
Tepco-Sprecher Naoki Tsunoda sagte, die beiden Leichen seien am Mittwoch gefunden worden und hätten zunächst dekontaminiert werden müssen. Aus Rücksicht auf die Hinterbliebenen habe man den Leichenfund erst jetzt bekannt gegeben.
Die Männer hätten zahlreiche äußere Verletzungen erlitten und seien vermutlich an Blutverlust gestorben, sagte Tsunoda weiter. Es ist die erste Bestätigung von Todesfällen in dem zerstörten Kraftwerk.
"Es tut mir weh, dass diese beiden jungen Arbeiter versuchten, das Kraftwerk zu schützen, als es vom Erdbeben und vom Tsunami getroffen wurde", erklärte der Tepco-Vorstandsvorsitzende Tsunehisa Katsumata. Die beiden Opfer waren zum Zeitpunkt des Tsunami mit Routineinspektionen am Reaktor 4 beschäftigt gewesen, hieß es.
Die Lage im Atomkraftwerk Fukushima 1 bleibt dramatisch. Ministerpräsident Naoto Kan besucht das Gebiet im Nordosten. zum Video
Inzwischen wurden die Leichname ihren Angehörigen übergeben worden. Die an den Leichen gemessene radioaktive Strahlung habe kein Problem dargestellt, berichteten japanische Medien unter Berufung auf Tepco.
Am Samstag hatten die japanischen Behörden bekannt gegeben, dass aus einem Riss im Reaktor 2 von Fukushima I hoch radioaktives Wasser in den Pazifik sickert. Arbeiter versuchen derweil weiter, das Leck im Kabelschacht eines Turbinengebäudes zu stoppen. Um den Riss abzudichten will Tepco nun chemische Polymer-Stoffe einsetzen. Versuche, das etwa 20 Zentimeter große Leck mit Beton zu schließen, waren bislang gescheitert.
Aus dem Kernkraftwerk könnte nach Einschätzung der Regierung noch lange Radioaktivität entweichen. Es werde wohl mehrere Monate dauern, bis die Lecks gestopft seien, sagte der japanische Regierungssprecher Yukio Edano nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo. Japan könne einen "langen Kampf" gegen die Atomkrise nicht vermeiden, sagte Edano.
Unterdessen wurde die Katastrophenregion im Nordosten Japans erneut von einem starken Nachbeben erschüttert. Wie der Fernsehsender NHK meldete hatte die Erschütterung eine Stärke von 5,3. Das Erdbebenzentrum lag 50 Kilometer unter dem Meeresboden vor der Provinz Fukushima. Eine Tsunamiwarnung gab es demnach nicht.
Quelle: AFP , dpa
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