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Atomkatastrophe in Japan: Regierung räumt Kernschmelze ein

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Regierung: Teilweise Kernschmelze in Japan

28.03.2011, 14:59 Uhr

Atomkatastrophe in Japan: Hat es im Reaktorblock 2 eine teilweise Kernschmelze gegeben? (Fotos: Reuters/Digital Globe/Japan Defence Ministry via Reuters TV)

Atomkatastrophe in Japan: Hat es im Reaktorblock 2 eine teilweise Kernschmelze gegeben? (Fotos: Reuters/Digital Globe/Japan Defence Ministry via Reuters TV)

In Reaktor 2 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima I in Japan hat es nach Einschätzung der japanischen Regierung eine teilweise Kernschmelze gegeben. Es wäre das erste Mal, dass von offizieller Seite eine solch gefährliche Entwicklung in dem Katastrophen-Meiler eingeräumt wird. Derweil hat ein neues schweres Erdbeben und eine vorübergehende Tsunami-Warnung an der Ostküste Japans die Menschen in Angst und Schrecken versetzt.

Die teilweise Kernschmelze in Fukushima hatte am Montag der Sprecher der japanischen Regierung, Yukio Edano, eingeräumt. Daher rühre vermutlich auch das hoch radioaktive Wasser, das in dem Reaktor entdeckt wurde, erklärte Edano weiter. Die erhöhte Strahlung sei aber offenbar auf den Block 2 begrenzt. Die Regierung geht davon aus, dass die Kernschmelze lediglich vorübergehend sei, versuchte Edano zu beschwichtigen.

Neue Messwerte legen nach Behördenangaben nahe, dass in Fukushima ausgetretenes hoch radioaktives Jod 131 bis viel weiter nördlich ins Meer gelangt ist als bislang angenommen. Die Kontamination erstreckt sich demnach etwa 1,6 Kilometer weiter nach Norden als zuvor. An der Küste vor den AKW-Blöcken 5 und 6 (diese liegen etwas weiter nördlich als die Blöcke 1 bis 4) seien Werte von Jod 131 gemessen worden, die 1150-mal höher als normal liegen, sagte Hidehiko Nishiyama von der Atomsicherheitsbehörde NISA am Montag.

Eigene Meldung widerrufen

Nachdem der AKW-Betreiber Tepco am Sonntag zuerst von einer millionenfach erhöhten Strahlung im verseuchten Wasser gesprochen hatte, das aus Reaktorblock 2 ausgetreten war, dann aber diese Informationen als falsch widerrief, kritisierte die japanische Regierung Tepco scharf. Sprecher Edano erklärte, angesichts der Tatsache, dass die Messung der Radioaktivitätswerte eine wesentliche Bedingung für die Gewährleistung von Sicherheit sei, sei dieser Fehler "absolut inakzeptabel". Die Regierung habe Tepco angewiesen, dies nicht zu wiederholen.

Foto-Serie: Satellitenbilder von Japan
6 Bilder von 8

Unterdessen melden japanische Medien, Tepco-Chef Masataka Shimizu hätte sich während der Atomkrise mehrere Tage krank gemeldet. Der 66-Jährige sei am 16. März erkrankt und habe sich aus dem Krisenmanagement eine Woche lang zurückgezogen, berichtet die Zeitung "Mainichi Shimbun". Laut der Agentur Kyodo News ist er inzwischen wieder bei der Arbeit. Shimizu war seit einer Pressekonferenz am 13. März nicht mehr öffentlich aufgetreten. In lokalen Medienberichten, wurde dem Tepco-Chef vorgeworfen, unverantwortlich zu handeln.

Arbeiter bemühen sich unterdessen weiter darum, radioaktives Wasser aus dem Atomkraftwerk abzupumpen. Das Wasser muss laut NISA entfernt und sicher gelagert werden, bevor die Arbeiten am Kühlsystem fortgesetzt werden können. Bis zu 600 Menschen sind zurzeit in Schichten in Fukushima im Einsatz.

Schweres Nachbeben

Am frühen Morgen wurde die Region erneut von einem schweren Erdbeben erschüttert. Die Behörden gaben vorübergehend eine Tsunami-Warnung heraus. Der Erdstoß der Stärke 6,5 ereignete sich nach Angaben der US-Erdbebenwarte nahe der Ostküste der Insel Honshu in knapp sechs Kilometer Tiefe. Berichte über Verletzte oder Schäden gibt es bislang nicht.

Der Nordosten der japanischen Hauptinsel war vor gut zwei Wochen, genauer gesagt am 11. März, von einem verheerenden Erdbeben der Stärke 9,0 sowie einem Jahrhundert-Tsunami schwer zerstört worden. Offiziell wurden inzwischen mehr als 10.800 Todesopfer gezählt, rund 16.000 Menschen gelten weiterhin als vermisst. Noch immer müssen mehr als 243.000 Menschen in Notunterkünften hausen. Die Behörden haben die Bewohner auch für die nächste Zeit vor weiteren Nachbeben gewarnt.

Video
Niederschlag in Japan

Ständig aktuell: Das wetter.info-Video zeigt den möglichen Niederschlag, der Radioaktivität auf das Festland oder ins Meer tragen könnte, rund um Fukushima. zum Video


Quelle: dapd , AFP , dpa

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Kommentare (285)

zum Forum

Thema: "Atomkatastrophe in Japan: Regierung räumt Kernschmelze ein"

Beobachter meint dazu schrieb: am 28. März 2011 um 21:17:32
(0) (0) Erschreckend ist
dass selbst eine Hochtechnologienation wie Japan das Ruder hier nicht mehr herum bekommt. Mir tun die Menschen leid

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hallenser schrieb: am 28. März 2011 um 21:01:09
(0) (0) Atomkatastrophe,in Japan
Das ist ja wie ein bisschen Schwanger Kernschmelze nur ein wenig und wer Stop das Passiert ist Passiert
Kernschmelze kann keiner Stoppen wie bei Schwanger es ist für die Menschheit der Untergang doch die Politiker reden es schön Kernschmelze in USA Frankreich China Indien und die Welt ist nicht MEHR bewohnbar die Geldgier rottet den Menschen AUS
mehr Kommentar melden

blume schrieb: am 28. März 2011 um 18:27:15
(0) (0) ausstieg
Lieber Herr Professor, der Ausstieg/Umstieg auf erneneuerbare Energien wird nur dann teurer, weil die Strom-Lobby das so will und
die Regierenden mit der Strom-Lobby gemeinsame Sache machen. Dann noch Ihr Horror-Szenario vom Verzicht, vom Sparen. Was waren 500 Milliarden für einen modischen Rettungsschirm für Bankster
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