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Atomkatastrophe in Japan: Fukushima scheint unter Kontrolle

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Japanische Regierung: Fukushima ist unter Kontrolle

16.12.2011, 09:29 Uhr

Neun Monate nach Beginn der Atomkatastrophe von Fukushima konnten Arbeiter die Reaktoren abschalten (Quelle: dpa)

Neun Monate nach Beginn der Atomkatastrophe von Fukushima konnten Arbeiter die Reaktoren abschalten (Quelle: dpa)

Erste Erleichterung in Japan: Nach monatelangen Arbeiten am Atomkraftwerk Fukushima scheinen die zerstörten Meiler unter Kontrolle. Die japanische Regierung gab die Abschaltung der Reaktoren bekannt. Die Anlage befände sich "im Zustand der Kaltabschaltung, so dass das Unglück nun unter Kontrolle ist", sagte Regierungschef Yoshihiko Noda laut der Nachrichtenagentur Jiji.

Die "Kaltabschaltung" ist eine entscheidende Etappe bei der Bewältigung des Unglücks: Die Temperaturen im Innern der Reaktoren liegen nun konstant unter hundert Grad, womit das radioaktive Material in den Reaktorkammern unter Kontrolle ist.

Es träten nicht länger beträchtliche Mengen an Radioaktivität in die Umgebung aus. Damit kann nun mit dem Abbau der Anlage begonnen werden. Experten warnen jedoch, dass dies bis zu drei Jahrzehnte dauern kann.

Kaltabschaltung? Experten sprechen von Irreführung

Experten und Umweltschützer warfen der Regierung einen falschen Gebrauch des technischen Begriffs der Kaltabschaltung vor. "Hier von Kaltabschaltung zu sprechen grenzt an eine bewusste Lüge", erklärte Reinhard Uhrig, Atomexperte von Global 2000.

Nachrichten
Tonnenweise radioaktives Wasser ausgelaufen

Ein Säuberungsbehälter des havarierten Atomkraftwerks Fukushima war anscheinend beschädigt. zum Video

Die geschmolzenen Brennelemente hätten sich durch den Boden der Reaktordruckbehälter durchgebrannt und lägen nun als Klumpen auf dem Boden der Umhüllung. Dort wiesen sie weiter Temperaturen von schätzungsweise 3000 Grad auf. Von einem sicheren Zustand seien die Reaktoren noch weit entfernt.

Radioaktives Wasser schwer zu entsorgen

In dem AKW war am 11. März durch ein Erdbeben der Stärke 9,0 und einem anschließenden Tsunami das Kühlsystem so schwer beschädigt worden, dass die Brennstäbe in den Reaktoren 1 bis 3 vollständig schmolzen.

Um die Reaktorkammern zu kühlen, besprühen die Reparaturtrupps sie mit Wasser. Dazu errichtete der Betreiber Tepco ein Zirkulationssystem, mit dessen Hilfe inzwischen eine stabile Kühlung der Reaktoren gewährleistet sei. Die Entsorgung des verseuchten Wassers stellt weiter eines der größten Probleme dar.


Quelle: dpa , AFP

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