05.05.2011, 14:33 Uhr
Wegen der stark erhöhten Werte konnten bislang nur Roboter in Fukushima Block eins arbeiten (Foto: AP) (Quelle: AP)
Erstmals nach der Havarie des Atomkraftwerks im japanischenFukushima haben wieder Arbeiter ein Reaktorgebäude betreten. Ziel sei es, das Kühlsystem im Reaktor Nummer Eins wieder zu installieren, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf den Kraftwerksbetreiber Tepco.
Die beiden Arbeiter sollen einen Filter für die radioaktive Luft einbauen. Die mit Schutzanzügen bekleideten und mit Sauerstoffmasken ausgerüsteten Männer sollen in kleinen Gruppen arbeiten, jede Gruppe soll nur zehn Minuten in dem Reaktor bleiben. Die Arbeiten sollen insgesamt vier oder fünf Tage dauern, hieß es.
Tepco versucht seit zwei Monaten, die Kühlkreisläufe der vier Reaktoren wieder in Gang zu bekommen. Die Verringerung der Radioaktivität ist die Voraussetzung dafür, dass das Kühlsystem wieder in Betrieb genommen werden kann. Noch Mitte April war die Radioaktivität so hoch, dass kein Arbeiter in das Reaktorgebäude hinein konnte. Zuletzt waren die Werte aber etwas gefallen.
Der Kraftwerksbetreiber kündigte außerdem an, einen Filter zur Dekontaminierung des radioaktiv verseuchten Meereswassers entwickeln zu wollen. Das Wasser solle dafür durch einen großen Filter voller Zeolithe gepumpt werden, berichtete de japanische Fernsehsender NHK. Diese Substanzen haben eine sehr große Oberfläche und sollen radioaktive Atome wie Cäsium-137 binden. Tepco konnte laut NHK nicht ausschließen, dass weiterhin radioaktiv belastetes Wasser aus dem Kraftwerk austrete. Es liegt unmittelbar am Pazifik. Die radioaktive Belastung des Meeresgrundes vor Fukushima Eins ist 100- bis 1000-fach höher als normal.
Das AKW Fukushima war im März beim Erdbeben und dem anschließenden Tsunami durch eine Wasserstoffexplosion schwer beschädigt worden. Die Havarie des Meilers war auf der internationalen Skala auf der höchsten Stufe 7 eingestuft worden - ebenso wie Tschernobyl. Allerdings gelangte in Fukushima bislang deutlich weniger Radioaktivität in die Umgebung.
Das Erdbeben und der Tsunami kosteten mehr als 25.000 Menschen das Leben. Wegen des Atomunglücks in Fukushima, bei dem vier der sechs Reaktoren durch Explosionen schwer beschädigt wurden, mussten 80.000 Menschen im Umkreis von 20 Kilometern um die Anlage ihre Häuser verlassen.
Quelle: dpa , dapd , AFP
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