27.02.2010, 12:21 Uhr
Das Kraftwerk Philippsburg ist eines von insgesamt 17 Atomkraftwerken in Deutschland (Foto: imago)Die Union sollte sich nach Ansicht von Umweltminister Norbert Röttgen möglichst bald von der Atomkraft verabschieden. Seine Partei müsse sich "gut überlegen, ob sie gerade die Kernenergie zu einem Alleinstellungsmerkmal machen will", sagte Röttgen der "Süddeutschen Zeitung". Die Bundesregierung werde bis zum Herbst darlegen, wie die Reaktoren schrittweise durch erneuerbare Energien abgelöst werden sollen. Details nannte der Minister nicht.
Die gesellschaftlichen Widerstände gegen die Atomkraft seien zu groß. "Kernenergie hat auch nach 40 Jahren keine hinreichende Akzeptanz in der Bevölkerung", so Röttgen in dem Interview.
Deutsche UmwelthilfeLängere Laufzeiten verfassungswidrig
AtomausstiegAtomkraftwerke sollen weiterlaufen
AtommülllagerAsse soll ausgeräumt werden
Die schwarz-gelbe Regierung hatte in ihrem Koalitionsvertrag zwar eine grundsätzliche Bereitschaft für längere Laufzeiten erkennen lassen, will diese aber in ein Energiekonzept bis Herbst einbetten. Dieses Konzept sei nötig, "nicht um die Kernkraft zu festigen, sondern um darzulegen, wie wir sie ablösen", sagte Röttgen.
Gleichzeitig warnte er davor, die Zusatzgewinne der Unternehmen mit einer Sonderabgabe abzuschöpfen. "Der Staat muss jeden Anschein vermeiden, er schöpfe Sondergewinne ab und mache dafür Zugeständnisse bei der Sicherheit." Dies sei auch verfassungsrechtlich schwierig.
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Damit stellte sich Röttgen gegen Wirtschaftsminister Rainer Brüderle. Der FDP-Politiker hatte kürzlich erklärt, er wolle "mindestens die Hälfte der Sondergewinne abschöpfen". Aus dem Aufkommen könne der Ausbau erneuerbarer Energien finanziert werden. Auch bei den Laufzeiten sind sich beide nicht einig. Während Brüderle sie vor allem vom Zustand der Meiler abhängig machen will, möchte Röttgen den Reaktoren höchstens acht Jahre mehr Laufzeit zubilligen.
Nach dem von Rot-Grün beschlossenen Atomausstieg dürfen die deutschen Atomkraftwerke 32 Jahre lang laufen. Allerdings wurde diese Laufzeit umgerechnet in Strommengen. Diese allein sind maßgeblich. Einige Reaktoren, die - wie Biblis A und B in Hessen, Neckarwestheim 1 in Baden-Württemberg und Brunsbüttel in Schleswig-Holstein - ihre Strommengen noch nicht produziert haben, sind derzeit schon älter als 32 Jahre. Biblis A und Brunsbüttel stehen, auch in Erwartung längerer Laufzeiten, seit Monaten still.
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Derweil will die Bundesregierung nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Focus" die Energieversorger für die Sanierung des maroden Atomendlagers Asse zur Kasse bitten. Dies gehe aus einem internen Vermerk des Bundesumweltministeriums hervor, berichtet das Magazin.
Das Ministerium schlage dazu drei Instrumente vor: Die Einführung einer von SPD und Grünen schon lange geforderten Brennelementesteuer, eine freiwillige Verpflichtung der Unternehmen zur Übernahme von etwa zwei Drittel der Kosten oder die Schaffung eines Asse-Fonds durch die Unternehmen und damit eine teilweise Deckung der Stilllegungskosten.
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Nach einem im Januar vorgelegten Gutachten sollen sich die Kosten für die Bergung der radioaktiven Abfälle aus der Asse auf zweieinhalb Milliarden Euro belaufen. Das Endlager bei Wolfenbüttel gilt wegen Einsturzgefahr und drohender Laugenzutritte als völlig unsicher.
Quelle: AFP , dapd , dpa
Werner h. schrieb:
am 6. Februar 2010 um 16:35:52
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Atomausstieg.
einige scheinen es immer noch nicht zu kapieren, wir brauchen keinen atomstrom und haben ihn nie gebraucht.würden die
wirklichen (auch alle folgekosten inkl. nötiger versicherungen)kosten auf den strompreis umgelegt wäre dieser unbezahlbar,da um das zigfache teurer als bislang.lieber in erneuerbare energien (inkl einsparungen)und anderes investieren und diese technik dann weltweit verkaufen, das würde arbeitsplätze schaffen ohne ende.hier stehen wir erst ganz am anfang der enormen möglichk
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Thomas schrieb:
am 6. Februar 2010 um 16:16:55
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Wohin mit dem Müll
Das mit de Atomkraft ist wirtschaftlich und sicher ! Wenn jedoch man jemand einen Kachelofen verkaufen wollte, dessen
Asche erst eingeschweisst und dann tausende von Jahre sicher gelagert werden muss, dann wäre dies unmöglich. Wenn jemand es schafft "radioaktive Strahlung" zu neutralisieren dann wäre das etwas anderes... doch leider !?
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Steck M. schrieb:
am 6. Februar 2010 um 15:46:02
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Atomausstieg
Das ist typisch deutsch, da wo ich die Technik unter Kontrolle habe las ich sie sterben, ab im Nachbarland, direkt an der Grenze
zu Deutschland bauen diese neu Atomkraftwerke, um den Strom teuer an uns zu Verkaufen, wir haben´s ja, aber dann nicht mehr unter Kontrolle.
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