06.10.2011, 12:00 Uhr
Gorleben gilt als einzige Option für die Lagerung hochradioaktiven Mülls, dennoch gibt es erhebliche Zweifel an der Eignung des Salzstocks (Quelle: dapd)
In einem möglichen Atommüll-Endlager Gorleben könnten mehr radioaktive Abfälle eingelagert werden als bisher offiziell bekannt. Zu dem hochradioaktiven Müll sollen auch bis zu 100.000 Kubikmeter abgereichertes Uran hinzukommen.
Das geht aus der Antwort des Bundesumweltministeriums an die Grünen-Abgeordnete Sylvia Kotting-Uhl hervor, die eine Bundestagsanfrage gestellt hatte. Die 100.000 Kubikmeter "vernachlässigbar Wärme entwickelnder Abfälle" sind nicht für das Endlager Schacht Konrad in Salzgitter geeignet.
Das Gesamtvolumen des Nuklearmülls in Gorleben würde dadurch auf ein Mehrfaches steigen. "Das seien keine vernachlässigbare Mengen", sagte Kotting-Uhl. "Alleine 100.000 Kubikmeter abgereichertes Uran toppen die Menge des hochradioaktiven Mülls bei weitem."
Der Salzstock Gorleben gilt als groß genug, um solche zusätzlichen Mengen aufzunehmen. Ob der Atommüll aber jemals nach Gorleben kommt, ist offen. Zwar wurden hier bereits mehr als 1,5 Milliarden Euro investiert, aber es gibt Zweifel an der Eignung des Salzstocks, der seit rund 30 Jahren als einzige Option für die Lagerung hoch radioaktiven Mülls erkundet wird. Bisher ist unklar, welche zusätzlichen Sicherheitsanforderungen notwendig wären.
Im nahe gelegenen Zwischenlager stehen bereits mehr als 100 Castorbehälter mit stark strahlendem Atommüll. Bis Ende 2011 wollen Bund und Ländern Vorschläge erarbeiten, wie ein Neustart in dieser Frage mit der möglichen Prüfung anderer Standorte aussehen könnte.
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg vermutet überdies, dass auch rund 150.000 Kubikmeter radioaktive Abfälle aus der Asse in Niedersachsen dauerhaft nach Gorleben gebracht werden könnten.
Die Bergung der Abfälle aus dem maroden Atommülllager Asse ist aber noch keine ausgemachte Sache. Es gebe "noch offene Punkte, die die Realisierbarkeit schwieriger als geplant gestalten und sogar infrage stellen könnten", heißt es in dem Bericht des Umweltministeriums.
Handy schrieb:
am 5. Oktober 2011 um 20:46:50
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gefährlich?
Abgereichertes Uran wird doch von der Nato in Kriegsgebieten wie auf dem Balkan, Irak, Afghanistan, Libyen und anderswo in
Mengen in der Munition verschossen. Kann doch überhaupt nicht gefährlich sein, oder? Das sollte doch mal einer klären?
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