16.12.2011, 15:34 Uhr
Radioaktives Natrium-22 haben russische Sicherheitskräfte in einem Moskauer Flughafen im Gepäck eines Reisenden auf dem Weg in den Iran entdeckt. Bei der Durchleuchtung der Koffer am Flughafen Scheremetjewo habe ein modernes Kontrollsystem eine um das 20-Fache erhöhte Radioaktivität gemessen und Alarm geschlagen. Daraufhin fanden Zöllner 18 Metallzylinder mit dem strahlenden Material, teilte die Behörde nach Angaben der Agentur Interfax mit.
Das Isotop Natrium-22, das in der Medizin genutzt wird, kann nach Behördenangaben nur in einem Atomreaktor hergestellt worden sein. In der Natur kommt das Material nicht vor.
Nach Angaben des Zolls wurden Ermittlungen eingeleitet. Angaben zum Datum des Vorfalls oder der Identität des Passagiers machte der Zoll nicht. Zudem enthält die Erklärung keine Angaben zur möglichen Verwendung des Materials.
Natrium-22 wird durch die Bestrahlung des Isotopen Neon-22 mit Protonen in einem Beschleuniger erzeugt. Solche Anlagen gebe es unter anderem in mehreren russischen Universitäten und Forschungszentren sowie in Anlagen des Staatskonzerns Rosatom. Zwischen Russland und dem Iran besteht ein Abkommen über die Lieferung von Isotopen Molybdän-99 und Jod-131 zu medizinischen Zwecken.
Der Iran steht im Verdacht, an einer Atombombe zu arbeiten. Die Regierung in Teheran hingegen betont stets, sie wolle die Kernkraft für zivile Zwecke nutzen. In ihrem jüngsten Bericht sieht die Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) dagegen erstmals "glaubwürdige Hinweise" auf eine militärische Dimension des iranischen Atomprogramms. Russland hat im iranischen Buschehr das erste Atomkraftwerk des islamischen Landes vollendet.
Quelle: dpa , AFP
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