13.12.2010, 08:27 Uhr
Vier Castorbehälter mit hochradioaktivem Atommüll werden in der kommenden Woche über die Schiene aus dem französischen Cadarache zum atomaren "Zwischenlager Nord" nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern transportiert. Atomkraftgegner kritisieren das Vorhaben und stufen es gefährlicher ein als bisherige Castor-Transporte nach Gorleben.
Der Zug wird dem Polizeipräsidium Rheinpfalz zufolge am Mittwoch die deutsch-französische Grenze bei Lauterbourg passieren und Rheinland-Pfalz durchqueren. Auch durch Baden-Württemberg soll der Zug fahren.
Die Castoren enthalten laut Transportgenehmigung des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) abgebrannte Brennstäbe aus der kompakten natriumgekühlten Kernreaktoranlage (KNK) - dem sogenannten Schnellen Brüter - und bestrahlte und unbestrahlte Brennstäbe aus Nuklearexperimenten des ehemaligen Kernforschungszentrums Karlsruhe, einem Tochterunternehmen der Energiewerke Nord (EWN). Außerdem seien bestrahlte und unbestrahlte Brennstäbe des Atomfrachters "Otto Hahn" in den Behältern.
Bei dem Atommüll handle es sich um atomwaffenfähiges Plutonium, sagte der Sprecher der Südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen, Andreas Raschke. Eine Waffe mit großer Durchschlagskraft würde ausreichen, um eine nukleare Katastrophe auszulösen. "Hier fährt eine Atombombe durch die Gegend - nur der Zünder fehlt", warnte Raschke. Angesichts der jüngsten Terrorwarnungen sei es unverantwortlich, den Transport quer durch Deutschland zu schicken.
Eine Kritik, die die Energiewerke Nord nicht nachvollziehen können. "Ich weise es weit von mir, dass es sich um atomwaffenfähiges Material handele", betonte der EWN-Vorsitzende Dieter Rittscher. Plutonium sei zwar wie überall in bestrahlten Brennelementen enthalten, doch es sei nicht waffenfähig. Dieser Zustand könne erst nach einer Wiederaufarbeitung in sauberen Zustand erreicht werden. Das sei hier keineswegs der Fall, unterstrich der EWN-Chef.
Das Bundesamt für Strahlenschutz wollte eine "Waffenfähigkeit" weder bestätigen noch dementieren. Das BfS habe vor der erteilten Transportgenehmigung geprüft, ob alle gemäß Atomgesetz vorgeschriebenen Sicherheitsanforderungen durch den Antragsteller eingehalten werden, sagte BfS-Sprecher Florian Emrich. Da die Sicherheitskriterien erfüllt waren, hatte der Antragsteller einen Rechtsanspruch auf die Transportgenehmigung, unterstrich Emrich. Die weitere Aufsicht des Transportes, den die Nuklear Cargo und Service GmbH (NCS) aus Hanau im Auftrag von EWN durchführt, liege beim Eisenbahnbundesamt und den Ländern, die die Castoren durchqueren.
In Rheinland-Pfalz liegt die Koordination der Transportsicherung beim Polizeipräsidium Rheinpfalz. Der Polizeieinsatz sei analog zu den früheren Transporten vorbereitet worden, sagte Behördensprecherin Simone Eisenbarth. Im Präsidium sei man auf alle Eventualitäten vorbereitet, rechne jedoch mit weniger Demonstranten als beim Gorleben-Transport. Bisher sind laut Polizei erst zwei Mahnwachen in Maximiliansau und in Hagenbach angemeldet.
In Greifswald haben sich derweil schon rund 2000 Atomkraftgegner versammelt, um gegen den Transport nach Lubmin zu protestieren. Zu den Teilnehmern gehören auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) und der Bischof der Pommerschen Evangelischen Landeskirche, Hans-Jürgen Abromeit.
Bischof Abromeit rief die Demonstranten auf, ein deutliches, friedliches Signal gegen Atomkraft und für erneuerbare Energien zu setzen, das in Deutschland gehört und in Berlin verstanden werde. Atomkraftwerke zu betreiben und die Verantwortung für den strahlenden Müll ungeklärt zu lassen, sei ein "Verbrechen an unseren Kindern", sagte das Kirchenoberhaupt. Er bezeichnete es als Wortbruch der Politik, dass mit dem bevorstehenden Transport entgegen früheren Zusicherungen nun erstmals auch hochradioaktiver Atommüll aus westdeutschen Forschungsanlagen nach Lubmin gebracht werde.
Quelle: dpa
Ossi82 schrieb:
am 13. Dezember 2010 um 13:03:23
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Energie
Arthur hat recht ,wir wollen wieder unsere Stromabschaltungen haben! In der Dunkelheit läßt es sich besser nachdenken ob das gut
oder schlecht ist. In der Zwischenzeit forsten wir unsere Landwirtschaflichen Flächen wieder zu Urwäldern auf, damit wir die Römer besser abwehren können oder sind es die Chinesen etc.? Wir können ja einige mehr nicht leiden.
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Nina schrieb:
am 12. Dezember 2010 um 19:31:49
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Arthur
Kann Ihnen nur zustimmen. Es kann nicht sein, dass die Bereitstellung von immer mehr Energie wichtiger ist als unsere
Lebensgrundlagen. Sauberes Wasser, saubere Luft und gesunde Nahrungsmittel. Von den regenerativen Energien profitieren die Menschen hierzulande eher z.B. durch mehr Arbeitsplätze und bessere Umweltsituation.
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Nina, die nicht der grünen Partei angehört schrieb:
am 12. Dezember 2010 um 19:21:10
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Hanjo - verdrehen sie nicht meine Worte!
Ich haben nicht behauptet, dass NUR Solar undWind denAtomstrom jederzeit ausgleicht, sondern
REGENERATIVE-19.9% bereits 2009, 2010 auch ca.23% Der Anteil Atomstrom in D beträgt 23%. Auch jetzt wird der meisteStrom nicht in AtomKW´s, sondern in Kohlekraftwerken (43%)usw.erzeugt. Ich bevorzuge Bio-Gas(aus nachwachsendenPflanzen usw.) und BHKW alsAusgleich für Spitzenzeiten. Übrigens, wir verkaufen vielmehrStrom nachFrankreich als umgekehrt und behindern denZugang derRegenerativen in die Stromnetze
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