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Leben wir in einem Hologramm?

13.12.2011, 20:51 Uhr | Von Bastian Ewald

Flach wie ein Brett: Ist unsere Welt  zweidimensional? (Foto: Imago)

Flach wie ein Brett: Ist unsere Welt zweidimensional? (Foto: Imago)

Das Bild unserer Existenz könnte sich radikal verändern, zumindest wenn es nach dem amerikanischen Astrophysiker Craig Hogan geht. Seine nahezu unvorstellbare These: Wir leben in einem Hologramm – alles das, was in unserem Universum wirklich ist, existiert nur auf einer Oberfläche, sozusagen zweidimensional. 

Belege will der Wissenschaftler Hogan ausgerechnet in Deutschland gefunden haben. In den Daten des Gravitationswellendetektors Geo600, der bei Hannover betrieben wird, entdeckte er ein mysteriöses Hintergrundrauschen.

Dieses Rauschen hält Physik-Professor Hogan für die grundlegende "Pixelung“ des Universums, in der alle Informationen unserer dreidimensionalen Wirklichkeit kodiert sein könnten. "Wenn die Ergebnisse des Geo600, das sind was ich annehme, dann leben wir in einem riesigen kosmischen Hologramm“, sagte Hogan in einem Interview zur Fachzeitschrift "NewScientist“. Seine Annahme leitet der US-Forscher von der Theorie ab, dass Schwarze Löcher alles "Verschluckte" ebenfalls auf einer Oberfläche komprimieren und speichern - wie im Großen, so könnte es auch im Kleinen funktionieren.

Unmessbare Größe

Die Pixel, die sogenannte "Planck-Länge", entsprechen dem kleinstmöglichen Bruchteil einer Entfernung - unvorstellbar klein und unmessbar. Auch heutzutage etablierte physikalische Theorien haben in dieser Größenordnung keine Gültigkeit mehr. "Über die Struktur des Raums weiß man bisher so gut wie nichts", sagt Hartmut Grote, der Leiter des Geo600-Projekts. Die Existenz von Zeitquanten - kleinste Einheiten der Raumzeit - würden Hogans These zufolge ein erstes wissenschaftliches Verständnis schaffen.

Illusion der dritten Dimension

Ein klassisches Hologramm, wie man es auf Kreditkarten findet, besteht aus einer ebenen Fläche. Erst wenn Licht darauf fällt, schafft es die Illusion eines dreidimensionalen Bildes. Ebenso soll das Universum auf seiner kleinsten fundamentalen Ebene funktionieren.

Deutsche Forscher wollen These überprüfen

"Wir sind wirklich gespannt, welche neuen Erkenntnisse wir im Laufe des Jahres über das mögliche holographische Rauschen erhalten werden“, so Karsten Danzmann, Direktor des Hannoveraner Albert-Einstein-Instituts. Der deutsche Gravitationswellendetektor könnte als derzeit einziges Experiment der Welt in der Lage sein, die umstrittene These des holographischen Universums zu stützen.

"Es gibt vielleicht keine Antwort"

Eine vorstellbare Lösung ist aber nicht in greifbarer Nähe: "Auf die Frage, in wie vielen Dimensionen wir wirklich leben, gibt es vielleicht gar keine Antwort“, glaubt der Physiker Daniel Grumiller von der Technischen Universität Wien. "Je nach der physikalischen Fragestellung, die wir behandeln, kann manchmal die eine, manchmal die andere Betrachtungsweise die bessere sein.“ Physiker Hartmut Grote beruhigt jedoch: "Auch wenn wir die Theorie belegen könnten, würde es keine praktische Konsequenz für das tägliche Leben geben."


Quelle: bew , t-online.de

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