09.03.2007, 09:22 Uhr
Die gute Nachricht: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein riesiger Asteroid die Erde trifft und die ganze Menschheit vernichtet, ist verschwindend gering. Die schlechte: die Gefahr, dass ein kleineres Geschoss eine ganze Stadt dem Erdboden gleich macht, ist deutlich höher. Diese Einschätzung vertrat die NASA auf einer Konferenz zur Planetensicherheit in Washington.
Kleine sind schwerer zu erkennen
Gerade die kleinen Asteroiden machen der US-Raumfahrtbehörde Sorgen, berichtet die "Washington Post" am Freitag. Doch die kleinen Himmelskörper kann die NASA mit ihren Teleskopen kaum beobachten. Die Behörde in einem Bericht von der amerikanischen Regierung mehr Geld für die nötige Ausrüstung - stieß damit allerdings auf Ablehnung. "Wir prüfen den Bericht noch, aber es steht schon fest, dass der von der NASA empfohlene Ansatz kein glaubwürdiger Plan ist, um die ihr vorgeschriebenen Ziele zu erreichen," sagte Bart Gordon, Vorsitzender des Wissenschaftsausschusses der Regierung.
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Kein "Planeten-Killer" auf Kollisionskurs
William Ailor von der Aerospace Corporation, einer vom Kongress gegründeten gemeinnützigen Vereinigung zur Unterstützung des Weltraumverteidigungsprogramms, sieht das anders. Die Forscher hätten bisher etwa 700 potenzielle "Planeten-Killer" aufgespürt - keiner von ihnen befinde sich aber auf Kollisionskurs mit der Erde. "Aber die kleineren Asteroiden, also solche mit etwa 140 Metern Durchmesser, finden wir immer häufiger," berichtet Ailor. "Diese Asteroiden sind schwer zu erkennen und es ist auch schwer vorherzusagen, wo sie einschlagen." Die NASA schätzt, dass es etwa 100.000 von ihnen in der Nähe der Erde gibt und dass 20 Prozent von ihnen eine potenzielle Gefahr darstellen.
Spuren von 1908 immer noch da
Den schwersten dokumentierten Meteoriteneinschlag auf der Erde erlebte die sibirische Region Tunguska im Jahr 1908. Damals traf ein Geschoss aus dem All mit der Wucht einer 15 Megatonnen-Atombombe auf die Erde und mähte eine Waldfläche von etwa 100 Kilometern Umkreis nieder. Bis heute sind die Spuren der Verwüstung nicht ganz verschwunden.
Tod durch Asteroid nicht ganz unwahrscheinlich
Ein ähnlicher Aufprall könnte die ganze Stadt Washington und ihre Vorstädte komplett zerstören, sagte der NASA-Forschungsdirektor Pete Worden auf der Konferenz. Wissenschaftler hätten berechnet, dass die Wahrscheinlichkeit, bei einem solchen Meteoriteneinschlag zu sterben, etwa genauso hoch ist, wie bei einen Flugzeugunglück, wenn man einmal im Jahr fliegt.
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"Wir wissen, wie wir sie finden würden"
Wenn die NASA bis 2020 etwa 90 Prozent der erdnahen, kleineren Asteroiden identifizieren soll, wären Investitionen von etwa einer Milliarde Dollar nötig, erklärte Worden. "Wir wissen, wie wir die Objekte finden würden, die ein Problem werden könnten", sagte der NASA-Experte, "aber wir haben bisher vom Kongress nicht die finanziellen Mittel bekommen, um voranzukommen."
Neues Teleskop nötig
Bisher bekommt die NASA 4,1 Millionen Dollar im Jahr für das Asteroiden-Beobachtungsprogramm. Um die kleinen Himmelskörper entdecken zu können, brauchen die Wissenschaftler nach eigenen Angaben ein anderes Teleskop, das die Erde von der Höhe der Venus aus beobachten soll. Die NASA verwahrt sich außerdem gegen die geplante Schließung eines ihrer Observatorien in Puerto Rico, das besonders erdnahe Objekte aus dem All identifiziert.
Im Ernstfall mit Rakete abschießen
Die effizienteste Methode, einen Asteroiden von seiner Umlaufbahn abzulenken, ist nach Ansicht der NASA-Experten, ihn mit einem nuklearen Sprengkörper zu treffen. Da diese Methode allerdings sehr risikoreich ist, halten sie es bisher für das Beste, im Ernstfall eher eine Rakete ohne Waffen auf den gefährlichen Brocken zu schießen. Für ebenfalls Erfolg versprechend halten es die Forscher, dass ein Satellit den Asteroiden mit seiner Schwerkraft aus seiner Bahn zieht.
Europäer planen auch
Die ESA plant seit dem Jahr 2000 die "Don Quijote"-Mission, die Asteroiden auf Kollisionskurs mit der Erde ablenken soll. Dabei sollen zwei Raumfahrzeuge zu dem Himmelskörper geschickt werden: ein Messgerät, dass die Flugroute und Beschaffenheit des Objekts bestimmt und eines, dass auf den fliegenden Felsbrocken aufschlägt, um in ihn umzuleiten. Im kommenden Jahr wird über ein erstes Stadium der Finanzierung entschieden.
Quelle: t-online.de
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