24.08.2007, 15:09 Uhr
US-Astronomen haben im Sternbild Eridanus nach eigenen Angaben ein "riesiges Loch" im Universum entdeckt. In der Blase mit fast einer Milliarde Lichtjahre Durchmesser gebe es keine Sterne, keine Galaxien, kein Gas und noch nicht einmal die mysteriöse, unsichtbare Dunkle Materie, berichten Liliya Williams und ihre Kollegen von der Universität von Minnesota in Minneapolis. Sie stellen ihre Entdeckung in einer der nächsten Ausgaben des Fachblatts "The Astrophysical Journal" vor.
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"Was wir gefunden haben, ist nicht normal"
Öde Bereiche im Weltraum, in denen absolut nichts zu finden ist, sind schon länger bekannt. Die jetzt entdeckte Lücke übersteigt jedoch die Vorstellungskraft der Forscher. Weder bisherige Beobachtungen noch Computersimulationen des Weltalls hätten eine derart gigantische Leere erwarten lassen, sagte Williams. "Was wir gefunden haben, ist nicht normal." Die Wissenschaftlerin war zusammen mit ihren Hochschulkollegen Lawrence Rudnick und Shea Brown in den Daten des "Very Large Array"-Radioteleskop-Observatoriums im US-Staat New Mexico auf die große Leere gestoßen.
Kalter Fleck ohne Materie
Die Astronomen verglichen die Beobachtungen mit Messungen zur kosmischen Hintergrundstrahlung, dem Urknall-Echo, vorgenommen mit dem NASA-Satelliten Wilkinson Microwave Anisotropy Probe (WMAP). Diese bestätigten, dass sich im Universum ein gigantischer kalter Fleck befindet. "Wir wussten bereits, dass irgendetwas anders ist mit diesem Fleck am Himmel", berichtete Rudnick. Die einzige Erklärung dafür ist, dass es dort keine Materie gibt. Das Gebiet ist sechs bis zehn Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt.
Verlierer im Kampf um Materie
Löcher im Universum entstehen vermutlich dadurch, dass Gebiete mit einer großen Masse mit ihrer Schwerkraft Materie aus weniger dichten Gebieten abziehen, meint Astronom Brent Tully von der University of Hawaii. In den 13 Milliarden Jahren, die seit der Geburt des Universums vergangen sind, seien diese Löcher so etwas wie Verlierer im Kampf mit den Regionen, in denen es besonders hohe Materiekonzentrationen gebe.
24.08.2007
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