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Astronomen bezeugen Geburt eines Planetensystems

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Astronomen bezeugen Geburt eines Planetensystems

22.02.2011, 08:19 Uhr

Blick in die Planetenwiege: Die protoplanetare Scheibe des jungen Sterns LkCa 15 (roter Kreis in der Mitte) im Sternbild Stier (Foto: MPIA)

Blick in die Planetenwiege: Die protoplanetare Scheibe des jungen Sterns LkCa 15 (roter Kreis in der Mitte) im Sternbild Stier (Foto: MPIA)

450 Lichtjahre entfernt von der Erde entstehen offenbar neue Planeten: Um eine junge Sonne im Sternbild Stier konnten Forscher erstmals die Umrisse eines Planetensystems nachweisen - es ähnelt unserem.

Astronomen meinen, die Geburt eines Planetensystems wie dem unsrigen bezeugt zu haben. Mit dem Subaru-Teleskop auf Hawaii haben Forscher um Christian Thalmann vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg die bislang detailliertesten Einblicke in die Entstehung von Planetensystemen erhalten.

Planeten sind Nebenprodukte der Sternentstehung. Die Anziehungskraft eines neugeborenen Sterns zwingt Staubteilchen und Gas in feste Umlaufbahnen. Mit der Zeit klumpen die Partikel zu größeren Körpern zusammen.

Mit einer Hochkontrast-Kamera des Subaru-Teleskops, dem Instrument HiCIAO, konnten die Astronomen nun solch eine "protoplanetare Scheibe" sichtbar machen: Das junge Planetensystem des Sterns LkCa 15, der rund 450 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Stier steht. Es habe in etwa die gleiche Größe wie unser Planetensystem, berichten die Forscher im Fachblatt "The Astrophysical Journal Letters".

Der Stern ist nur wenige Millionen Jahre alt und damit etwa tausendmal jünger als die Sonne. Sein Licht werde vom Staubring an der Kante der protoplanetaren Scheibe reflektiert, berichten die Astronomen. Die Kante verrate damit erstmals den Rand eines jungen Planetensystems. Innerhalb der Ränder sei kaum Materie nachzuweisen. In dem staubarmen Raum formieren sich offenbar Planeten, die den Staub angezogen haben, meinen die Forscher. Es handele sich vermutlich um ein Planetensystem im Anfangsstadium.

Die Kante des materienarmen Raumes verlaufe elliptisch. Bemerkenswerterweise bilde der Stern aber nicht das Zentrum. "Die wahrscheinlichste Erklärung für die Asymmetrie ist, dass dort mehrere Planeten kreisen, die gerade erst aus dem Scheibenmaterial entstanden sind und nun das Gas und den Staub entlang ihrer Umlaufbahnen einfangen", sagt Thalmann.

Der Raum zwischen den jetzt nachgewiesenen Kanten sei so groß, dass die Umlaufbahnen aller Planeten unseres Sonnensystems bequem darin Platz fänden. Es liege die Folgerung nahe, dass sich bei Stern LkCa 15 in dieser Lücke ein unserem eigenen Sonnensystem vergleichbares Planetensystem bilde, meinen die Forscher. "Die Planeten selbst wurden noch nicht nachgewiesen", so Thalmann. "Aber das könnte sich bald ändern."


Quelle: Spiegel Online

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