08.11.2011, 12:32 Uhr
Ein Asteroid mit der Bezeichnung "2005 YU55" ist im Anflug: Der kosmische Brocken ist etwa so groß wie ein Flugzeugträger, und er wird nur knapp an der Erde vorbeischrammen: In der Nacht zu Mittwoch, um 0:28 Uhr, wird der Himmelskörper mit 400 Metern Durchmesser unseren Planeten nach NASA-Berechnungen im Abstand von nur gut 324.000 Kilometern passieren. Das ist weniger als die Distanz zwischen Erde und Mond und nach astronomischen Maßstäben ein Streifschuss. Seine Geschwindigkeit: 50.000 Kilometer pro Stunde.
Zuletzt ist 1976 ein Asteroid dieser Größe der Erde so nahe gekommen. Der Besuch von "2005 YU55" bietet Astronomen nun die seltene Chance, Urgestein aus der Entstehungszeit des Sonnensystems zu erforschen - ohne eine Raumsonde ins All schicken zu müssen.
Erst im Jahr 2028 wird nach derzeitigem Wissensstand erneut ein Asteroid vergleichbarer Größe so dicht an der Erde vorbeiziehen, wie das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Kalifornien errechnet hat.
Trotz seines engen Vorbeiflugs wird "2005 YU55" mit bloßem Auge nicht zu sehen sein, denn er besteht zum großen Teil aus Kohlenstoffverbindungen und ist schwärzer als Holzkohle. Selbst für Hobby-Astronomen lohnt sich die Suche nur, wenn sie über größere Teleskope von mindestens sechs Zoll (15 Zentimeter) verfügen. Und selbst mit einem solchen Teleskop könnte es schwierig werden, denn das Licht des Mondes dürfte das Auffinden des Asteroiden schwierig machen.
Überhaupt wird die Stippvisite des Asteroiden denkbar unspektakulär verlaufen: Laut NASA übt seine Schwerkraft keinen messbaren Effekt auf die Erde aus, weder auf die Gezeiten noch auf die tektonischen Platten der Erdkruste.
Der Asteroid "2005 YU55" gilt wie seine zahllosen Artgenossen im All als Überbleibsel der Entstehung unseres Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren - und er zählt zu den Gesteinsbrocken, die auf ihrer Bahn um die Sonne der Erde ungemütlich nahe kommen können.
Vermutlich begleite "2005 YU55" die Erde schon seit Jahrtausenden, erläuterte der NASA-Asteroidenexperte Don Yeomans. Auf seinem Orbit pendele der Asteroid zwischen den Bahnen von Venus und Mars, dem jeweils inneren und äußeren Nachbarplaneten der Erde. Einen Einschlag des "Flugzeugträger-Asteroiden" auf der Erde können die Forscher aber zumindest für die nächsten hundert Jahre ausschließen.
"Die Bahn des Asteroiden '2005 YU55' ist durch frühere optische und Radar-Beobachtungen sehr gut bekannt, und es besteht kein Risiko, dass dieses Objekt mit der Erde oder dem Mond kollidiert", unterstrich Yeomans.
Die NASA betreibt ein Beobachtungsprogramm, das erdnahe Objekte aufspürt und katalogisiert. Die Forscher haben aus verschiedenen Quellen bisher 8321 erdnahe Asteroiden registriert, darunter 830 mit einem Durchmesser von mindestens einem Kilometer. Kein Objekt hat bislang eine nennenswerte Einschlagwahrscheinlichkeit.
Der nächste größere Treffer ist nach Expertenansicht allerdings nur eine Frage der Zeit. "Im Schnitt wird der Einschlag eines 30 Meter großen Objekts - dem kleinsten, das Schaden am Boden anrichten könnte - alle paar Jahrhunderte erwartet", erläuterte Yeomans.
"Ein größeres Objekt mit einem Kilometer Durchmesser wird nur alle paar hunderttausend Jahre erwartet." Zum Glück für unseren Planeten, denn eine solche Kollision hätte verheerende Folgen, wie Einschläge in der Vergangenheit beweisen.
So raste am 30. Juni 1908 ein Gesteinsbrocken aus dem All auf eine abgeschiedene Region in Sibirien zu. Mit 70.000 Stundenkilometern drang er in die Atmosphäre ein und explodierte über dem Fluss "Steinige Tunguska". Die Explosion löste eine Druckwelle aus, die mit der Sprengkraft von mehreren hundert Hiroshima-Atombomben das sibirische Waldgebiet weiträumig verwüstete. Der Durchmesser des Tunguska-Geschosses wird heute auf 50 Meter geschätzt - also gerade mal ein Achtel des Durchmessers, den "2005 YU55" aufweist.
Aber auch von weitaus größeren Gesteinsteilen wurde die Erde bereits getroffen: Vor 15 Millionen Jahren donnerte ein kilometergroßer Brocken auf die Schwäbische Alb herab und hinterließ einen Krater, der heute als Nördlinger Ries bekannt ist. Und vor 65 Millionen Jahren schlug ein zehn Kilometer großer Asteroid auf der mexikanischen Halbinsel Yukatan ein und löste einen Klimawandel aus, der höchstwahrscheinlich zum Aussterben der Dinosaurier beitrug.
Im Vergleich mit diesen Riesen-Asteroiden ist der im Dezember 2005 entdeckte "2005 YU55" zwar ein Knirps. Doch sollte der zur Klasse der sogenannten Apollo-Asteroiden gehörende Brocken einst mit der Erde kollidieren, würde dabei die Sprengkraft von zigtausenden Hiroshima-Bomben freigesetzt. Außerdem drohten Erdbeben und Tsunamis von ungeheurer Zerstörungskraft.
Während die Erdbewohner zumindest dem nun bevorstehenden Rendezvous mit "2005 YU55" beruhigt entgegensehen können, herrscht bei den Astronomen große Spannung. "Als in der Vergangenheit erdnahe Objekte dieser Größe innerhalb der Mondbahn an der Erde vorbeigeflogen sind, hatten wir noch nicht das Wissen und die Technologie, um die Gelegenheit zu nutzen", sagt die JPL-Wissenschaftlerin Barbara Wilson.
Der Vorbeiflug von "2005 YU55" biete nun eine "großartige Möglichkeit", den Asteroiden mit Instrumenten von der Erde aus zu beobachten. Die Oberfläche des Asteroiden soll auf bis zu zwei Meter genau kartiert werden. Dabei hoffen die Forscher vor allem, seine mineralische Zusammensetzung zu entschlüsseln. Denn dies würde Wilson zufolge Rückschlüsse erlauben, welche Asteroiden "am besten geeignet sind für eine künftige bemannte Mission".
Quelle: dapd , dpa , AFP
berliner schrieb:
am 3. November 2011 um 19:30:58
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(212)
asteroid
und wenn , ist doch auch egal.
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äRGe schrieb:
am 3. November 2011 um 19:21:40
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(38)
knapp
mein Vater sagte immer: knapp danben - ist auch vorbei!
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igor aus warmensteinach schrieb:
am 3. November 2011 um 19:20:14
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beinahe verrückt geworden
is ja nix passiert, alles nur beinahe, nicht wichtig, macht die leute nur irre, bin auch nur beinahe lottogewinner
geworden, aber die zahlen waren leicht nach links verrückt, auch so ein streifschuss, und dabei bin ich nun fast verrückt geworden, aber halt nur beinahe.
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