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Asse: Menge an radioaktiver Flüssigkeit im Atommülllager stark gestiegen

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Menge an radioaktiver Flüssigkeit im Atommülllager Asse stark gestiegen

15.12.2010, 08:47 Uhr

126.000 Fässer mit radioaktivem Müll lagern in Asse (Foto: dapd)

126.000 Fässer mit radioaktivem Müll lagern in Asse (Foto: dapd)

Neue Hiobsbotschaft aus dem maroden Atommülllager Asse: In dem früheren Salzbergwerk fließt wesentlich mehr radioaktive Lösung als bisher. Die Menge der kontaminierten Salzlösung, die vor der Einlagerungskammer 8 in 750 Metern Tiefe aufgefangen werde, habe sich nach jüngsten Messungen gegenüber dem Stand des letzten Halbjahres von vier auf acht Liter pro Tag verdoppelt.

Das gab der Sprecher des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Werner Nording, bekannt. Umweltschützer stellen das bisherige Konzept der Behörde zur Bergung der Abfälle in Frage.

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Cäsium-Konzentration steigt

Die radiologischen Analysen der Lösung zeigen Nording zufolge außerdem, dass die Konzentration an radioaktivem Cäsium im selben Zeitraum von 2,4 auf etwa 4,3 Kilobecquerel pro Liter angestiegen ist. Über Werte anderer radioaktiver Stoffe machte das BfS bislang keine Angaben. Die aus der Auffangstelle abgepumpte Flüssigkeit werde vorläufig in Behältern unter Tage gelagert, sagte Nording.

Die Lösung tritt dem BfS zufolge wahrscheinlich aus dem Deckgebirge ein und nimmt auf ihrem Weg durch die Kammer 8 radioaktive Stoffe auf. In dieser Kammer lagern 11.278 Fässer mit schwach radioaktiven Abfällen. Vermutlich stehe der erhöhte Zufluss durch die Kammer 8 in Zusammenhang mit der Verfüllung der daneben liegenden Kammer 9 durch den früheren Betreiber Helmholtz Zentrum. Vor der Kammer 9, in der keine Abfälle lagern, sei bereits im Herbst 2009 eine veränderte Menge und chemische Zusammensetzung der Zutrittswässer beobachtet worden, sagte Nording.

Fässer könnten sich auflösen

Udo Dettmann vom atomkraftkritischen Asse-II-Koordinationskreis sagte, die um das Doppelte erhöhte Menge an kontaminierter Lösung sei "an sich" noch kein großes Problem. Es verdichteten sich aber die Hinweise, dass mehrere Kammern mit Atommüll inzwischen nass seien und sich die eingelagerten Fässer auflösten.

Dies stelle das Konzept des BfS für eine "heile Rückholung" des Atommülls in Frage. Die Behörde müsse ihre Planungen anpassen. "Wahrscheinlich befindet sich in den Kammern ein Konglomerat aus Fässern, Atommüll und Flüssigkeit", sagte Dettmann. "Konkret heißt das: statt wie geplant mit Greifern, muss man das Zeug womöglich mit dem Frontlader herausholen."

Lauge muss Kontakt mit Müll haben

Der Chef der Grünen im niedersächsischen Landtag, Stefan Wenzel, erklärte, die Verdopplung der Radioaktivität in der Lauge zeige, "dass die Laugen in den Kammern Kontakt mit dem Müll haben müssen". Es sei davon auszugehen, dass einige Fässer schon bei der Einlagerung beschädigt worden seien. Andere Fässer könnten durch den Bergdruck beschädigt worden sein.

Im Rahmen der Probephase zur Bergung der Abfälle müsse jetzt möglichst zügig, aber unter Einhaltung aller atomrechtlich notwendigen Sicherheitsvorkehrungen der Zustand der Kammern und der Fässer in den Kammern untersucht werden, verlangte der Grünen-Politiker. Das BfS hatte angekündigt, sämtliche rund 126.000 Fässer mit Atommüll aus der Asse herauszuholen.


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Quelle: dapd

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Kommentare (45)

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Thema: "Asse: Menge an radioaktiver Flüssigkeit im Atommülllager stark gestiegen"

megavatti schrieb: am 14. Dezember 2010 um 21:42:50
(0) (0) Asse II
man wohnt ja nur 15 km luftlinie vom ort des geschehens, denke mal hier werden die grundstückspreise bald mächtig in den keller
purzeln. da in den letzten jahrzehnten ALLE parteien in niedersachsen mal versucht haben zu regieren werden die politiker noch richtig stress haben, sich den schwarzen peter zuzuschieben. umsetzbare lösungen sehe ich da nicht, weil ich es für unwahrscheinlich halte, daß das in den fässern drin ist was drin sein sollte, leicht und mittelradioaktiv, mal abwarten.
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Auerhahn schrieb: am 14. Dezember 2010 um 21:42:27
(0) (0) Zutrittslösung
Hallo ihr da drausen ! ! ! möchte hier mal melden,das es sich um Zutrittslösung in eine alten Kali bzw. Salz Bergwerk
handelt , und nicht wie immer gesagt wird W A S S E R ! ! Zur allgemeinen Info : K+S hat im Werk Hattorf im Werra Revier ca 120 Kubikmeter Zutrittslösung pro Tag das ist Relevant , über 8 ltr. spricht dort keiner . Na klar in der Asse ist es Kontaminiert ; die frage : Wie hoch ist der grenzwert ??? Wie hoch die tatsachliche belastung ???
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Denker schrieb: am 14. Dezember 2010 um 21:41:57
(0) (0) Asse
Auf dem Bild sind Arbeiter in Freizeitkleidung zu sehen...irgend Etwas stimmt hier an diesem Bericht nicht

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