21.06.2011, 12:57 Uhr
Düstere Aussichten für Flugpassagiere in Australien - die Asche aus Chile ist wieder da (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Erneut Flugchaos in Australien: Die Aschewolke aus einem chilenischen Vulkan ist bei ihrer Erdumrundung wieder auf dem fünften Kontinent angekommen und hat zum zweiten Mal in einer Woche zahlreiche Flüge ausfallen lassen. Und es dürfte schlimmer werden als zuvor: Dieses Mal musste der größte Flughafen in Sydney ganz geschlossen werden. Auch auf dem zweitgrößten Flughafen Melbourne dürften die Maschinen am Mittwoch stillstehen.
Es könnte bis zu 48 Stunden dauern, bis der Betrieb wieder laufe, warnte Verkehrsminister Anthony Albanese am Dienstag. "Die Situation ändert sich aber stündlich", machte er Hoffnung. In Sydney richteten sich dennoch viele Passagiere auf eine Nacht in den Wartehallen ein. Die Fluggesellschaften rieten ihren Kunden, am besten gar nicht zum Flughafen zu kommen.
In Sydney ging ab Dienstagnachmittag nichts mehr. Sämtliche Inlandsflüge wurden gestrichen. Drei internationale Flüge nach Frankfurt und London wurden vorverlegt, um der Aschewolke im australischen Luftraum rechtzeitig zu entkommen. Ankommende Flugzeuge aus dem Ausland wurden nach Brisbane umgeleitet.
Die größte Fluggesellschaft Qantas musste allein am Dienstag 200 Flüge streichen. Sie sagte auch für Mittwoch alle Flüge von und nach Sydney, Melbourne und Canberra ab. Auch Virgin und Tiger Airways strichen ihre Flüge. "Nach Angaben der Meteorologen reicht die Aschewolke bis auf 20.000 Fuß (rund 6000 Meter) herunter, was den regulären Flugbetrieb verhindert", teilte Virgin mit.
Mit einer Verdunklung des Himmels sei zwar nicht zu rechnen. "Es ist nicht so, als würden hier Massen von Asche ankommen und sich wie eine Decke über den Kontinent legen", hieß es aus dem Informationszentrum für Vulkanasche in Darwin. Dennoch gelte "Alarmstufe Rot" für die Luftfahrt.
Nach Angaben des Informationszentrums bewegt sich die Wolke schnell. Zunächst habe sie Südküste Australiens erreicht und sei dann Richtung Ostküste gedriftet. "Wir gehen keine Risiken ein", sagte eine Qantas-Sprecherin. "Flugpläne hin oder her, die Sicherheit geht immer vor."
Vergangene Woche hatte die Aschewolke des Vulkans Puyehue den Flugverkehr von Neuseeland bis Australien gestört. In sechs Tagen wurden hunderte Flüge gestrichen, 100.000 Passagiere strandeten zeitweise. Erst am Freitag lief der Flugverkehr wieder normal.
Quelle: dapd , dpa
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