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Paar misshandelt siebenjährigen Jungen
08.09.2008, 14:56 Uhr
Prozess wegen Misshandlung eines Siebenjährigen in Aschaffenburg (Quelle: dpa)Eine vierfache Mutter und ihr Freund müssen sich seit Montag wegen der brutalen Misshandlung eines Kindes vor dem Landgericht im bayerischen Aschaffenburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft der 27 Jahre alten Hausfrau und dem Mann vor, im vergangenen Jahr den damals siebenjährigen Sohn der Frau massiv geschlagen, erniedrigt und mit Zigaretten verbrannt zu haben.
Der 28 Jahre alte Werkzeugmechaniker ist wegen gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Nötigung angeklagt. Die Mutter des Jungen steht vor Gericht, weil sie ihr Kind nicht vor ihrem gewalttätigen Partner geschützt, sondern es sogar selbst misshandelt haben soll.
Ohne Essen in Kammer eingesperrt
Staatsanwältin Vera Jansen zufolge wurde der Junge mehrfach in eine Abstellkammer gesperrt, "wo er auch über Nacht bleiben musste", ohne Essen und Trinken. Selbst als das Kind gefleht habe: "Ich hab' Hunger, ich hab' Hunger, kannst Du mir bitte etwas zu essen geben?", habe es in der Kammer bleiben müssen. Der Angeklagte fühlte sich von dem Jungen gestört, sagte Jansen. Das Verhältnis der beiden sei von Anfang an angespannt gewesen. Die beiden jüngeren Kinder der Frau - zwei Mädchen - soll der Handwerker verschont haben. Mit seinem eigenen Kind war seine Partnerin zu diesem Zeitpunkt schwanger.
Verbrennungen durch Zigaretten
Wann die Übergriffe stattgefunden haben sollen, steht nicht genau fest. Jansen zufolge war das Paar seit Mai 2007 zusammen. Von da an habe der Junge leiden müssen. So sollen Zigaretten auf der Haut des Siebenjährigen ausgedrückt und er mehrmals mit einer Salatkelle oder einem Kochlöffel geschlagen worden sein. Die Wunden waren Ende 2007 in der Schule aufgefallen und der Polizei gemeldet worden.
Junge leidet noch heute
Da die Mutter des Jungen und ihr Freund zum Prozessauftakt schwiegen, sollte das Kind am Nachmittag unter Ausschluss der Öffentlichkeit aussagen. Nach Worten der Pflegemutter des Jungen leidet der heute Achtjährige unter Platzangst, reagiert auf Lärm empfindlich und hat Defizite in der Schule. "Die Brandverletzungen sieht man heute noch", sagte die Frau vor Gericht. Der Prozess soll am Mittwoch fortgesetzt werden.
Quelle: dpa