Spix-Ara Frieda soll später vielleicht ausgewildert werden (Quelle: Loro Parque Fundacion / dpa)
Die Vogeldame ist klein, noch ohne das typisch blaue Federkleid und trägt den Namen "Frieda": Ein in freier Wildbahn ausgestorbener Papagei - ein Spix-Ara - ist vor etwa einem Monat bei einem märkischen Züchter geschlüpft.
"Es ist der einzige Spix-Ara, der weltweit in diesem Jahr gezüchtet wurde", sagte Dieter Rinke, wissenschaftlicher Leiter des Vereins zur Erhaltung bedrohter Papageien in Schöneiche in Brandenburg. Der Verein nimmt an einem Zuchtprogramm für diese Vögel teil. Für das Programm sei es sehr schlecht, dass es so wenige Tiere gebe. "Aber es gibt 'Frieda', auf die wir sehr stolz sind."
Nach Angaben des Biologen gilt der früher in Brasilien beheimate Spix-Ara seit etwa zehn Jahren als ausgestorben. Etwa 80 Exemplare leben laut Rinke weltweit in der Obhut von Menschen, bei Privatleuten und in Zoos. Die brasilianische Regierung habe eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich um diese Vögel kümmere. Der Verein nimmt an diesem Zuchtprogramm teil. Für ein Weibchen wurde extra ein männlicher Papagei aus Brasilien eingeflogen, sagte Rinke. Das Paar brütete dieses eine Junge ausgebrütet.
Frieda soll im Zuchtprogramm bleiben
Die Zucht von Spix-Aras in Obhut des Menschen wird durch Inzucht und auch Krankheiten erschwert. "Das Programm ist dadurch gefährdet", sagte Simon Jensen, Zoologischer Direktor des Vogelparks Walsrode. In Deutschland seien die Vögel des Vereins die einzigen dieser Art. Es sei wichtig, dass das Tier weiterhin im Zuchtprogramm geführt und nicht kommerziell veräußerte werde. Jensen hat das Zuchtprogramm mitentwickelt. Deutschlandweit befassten sich Vereinigungen mit rund 25.000 Mitgliedern mit der Papageienzucht.
In drei Monaten ist ihr Federkleid komplett
"Frieda" wird im Brutapparat aufgezogen, weil die Eltern keine Erfahrungen mit der Aufzucht von Jungen hätten, sagte Rinke. Das Junge solle später für Nachwuchs sorgen oder sogar - wenn die Zucht gut läuft - in Brasilien ausgewildert werden. In etwa drei Monaten hat Frieda, die mit Fertignahrung gefüttert wird, ihr volles Gefieder.
Aras sprechen kaum
Papageien können bis zu 40 Jahre alt werden. Im Gegensatz zu anderen Papageien-Arten können Aras nur schwer sprechen. "Sie faszinieren durch Farbe, Verhalten und Intelligenz", schwärmt der Biologe. Die Tiere kamen früher in Trockenwäldern vor. Der Spix-Ara wurde 1819 entdeckt und nach dem Forscher Johann Baptist Ritter von Spix benannt.