14.07.2010, 11:01 Uhr | Ein Kommentar von Alexander Görlach
Als Berufsarmee ist die Bundeswehr die bessere Truppe (Foto: ddp)
Man hat Bundespräsident Köhler unterstellt, er favorisiere Angriffskriege, um Wirtschafts- und Rohstoffinteressen der Bundesrepublik durchzusetzen. Das hat das inzwischen zurückgetretene Staatsoberhaupt so nicht gesagt und auch nicht gemeint. Dennoch hat sich daran die Debatte entzündet, was die Bundeswehr künftig so alles treiben soll. Die Erfahrung mit dem Afghanistaneinsatz zeigt: Ein Schelm, wer denkt, unsere Armee sei nur eine Aufbautruppe im Tarnanzug.
Wir, das heißt alle Deutschen, haben handfeste Interessen. Zum Beispiel, dass Strom bei uns fließt und dass Waren bei uns ankommen oder dorthin gelangen, wohin wir sie verkauft haben. Die Sicherheit solcher Unterfangen werden immer mehr uniformierte Männer und Frauen gewährleisten. Auch Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr.
Diese neuen Aufgaben fordern neue Strukturen. Die Bundeswehr ist, so wie sie in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts konzipiert wurde, heute nicht mehr tragfähig. Das liegt nicht an der Bundeswehr, sondern daran, dass sich die Welt verändert hat. Auf dem Prüfstand kommt daher alles, auch die Wehrpflicht.
Es ist schon richtig, dass man sie, so wie die Kanzlerin gesagt hat, nicht einfach im Zuge einer Sparsitzung an einem Wochenende abschaffen kann. Für einen solchen Schritt muss geworben werden. Nicht zuletzt gehört das Eintreten für die Wehrpflicht zu einer Grundüberzeugung der Union. Diese kann Frau Merkel nicht einfach so abräumen, weil Geld im Etat gestrichen werden muss. Einmal mehr ginge ihre Partei auf die Barrikade.
Dabei ist es ganz einfach: Die Wehrgerechtigkeit ist perdu. Nur noch um die 20 Prozent eines Jahrgangs werden zum Dienst eingezogen. Die von der CDU behauptete Einbettung der Bundeswehr in die Gesellschaft gibt es daher nicht mehr. Die Truppe sollte deshalb umgewandelt werden in eine Berufsarmee. Die Bundeswehr muss dann – nach wie vor – um Nachwuchs werben. Sie kann dafür ihre Infrastruktur, die Kreiswehrersatzämter, nutzen. Die Abschaffung der Wehrpflicht bedeutet nicht die Marginalisierung der Bundeswehr, ihre Ausgrenzung aus der Gesellschaft, sondern ihre Neugeburt. Als gesellschaftliche Kraft.
Angehörige der Armee gehen in die Schulen und werben um Schülerinnen und Schüler. Sie müssen mit einer klaren Ausbildungsperspektive werben, mit einem angemessenen Sold. Rekruten sollen sich für eine bestimmte Zeit verpflichten, die deutlich über den derzeitigen sechs Monaten Wehrdienst liegt, um danach eine Entscheidung für einen längeren Verbleib bei der Bundeswehr oder dagegen treffen zu können.
Die Bundeswehr wird auf europäischem Boden nie wieder in einen Krieg mit einem Nachbarland ziehen, noch eine Invasion aus Russland oder einem anderen Reich abwehren müssen. Sie braucht spezialisierte Einheiten, die bisweilen auch ganz fernab von Europa gefährliche Missionen erfüllen. Die Verteidigung unserer Handelswege wird dabei sehr, sehr schnell ins Repertoire aufgenommen werden.
Alexander Görlach ist Herausgeber und Chefredakteur von The European. Zuvor war Görlach der Online-Redaktionsleiter des Magazins Cicero und Chefredakteur der BMW-Initiative Club of Pioneers. Seine journalistischen Stationen führten ihn nach New York, London und Rom. Görlach war sieben Jahre lang für das ZDF tätig. Als freier Autor hat Görlach für die FAZ, die Süddeutsche Zeitung und Die Welt geschrieben. Unter anderem war er Pressesprecher der Stiftung des Profifußballers Christoph Metzelder. Der 1976 geborene Journalist ist promovierter Theologe und promovierter Germanist.
Ein Kommentar von Alexander Görlach
WERJO schrieb:
am 14. Juli 2010 um 18:50:11
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Wehrpflicht ist Grundgesetzwidrig
In Art. 3 des GG steht: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt." ... "Niemand darf wegen seines
Geschelchtes, ... benachteiligt ... werden." Da in Art. 12a des GG (Wehrpflicht) steht: "MÄNNER können ... verpflichtet werden", kann d. nachträgliche Artikel niemals gültig geworden sein!!!!! Gerecht ist nur eine allgemeine DIENST- nicht WEHRPFLICHT für Männlein wie Weiblein, für REICH wie ARM, für "GENIE" wie "DEPP", aller in der BRD lebenden jungen Menschen JEDER STAATSBÜRGERSCHAFTEN sein.
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erschreckend schrieb:
am 14. Juli 2010 um 18:43:51
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schämt euch
Wehrfreude? Was ist den das für ein furchtbares Wort? Und dazu noch dieses Bild, 2 Männer mit einer Waffe in der Hand. Soll
das etwas den Eindruck vermitteln das es erstrebendwert wäre Soldat zu werden? Als Soldat ist man im Endeffekt nur dazu da zu töten und Befehle auszuführen. Sorry aber das Wort freude mit dem Schießen auf Menschen zu verbinden ist ja wohl mal sowas von fehl am Platze. Da ist wirklich nirgendwo mehr Respekt vor dem leben anderer vorhanden.
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Anasasi schrieb:
am 14. Juli 2010 um 18:24:03
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Wer beschützt uns vor den beschützern?
... jap und eine Berufsarmee, eine Söldner Armee, lässt sich noch einfacher gegen das eigene Volk
einsetzen. Weil Söldner nicht fragen wen sie erschießen sollen hauptsache die Kasse stimmt. Die Soldaten beschützen uns? Vor wem den? Vor Kriminellen? Dachte das macht die Polizei. Vor Umweltkatastrophen? Das kann man auch anders regeln. Vor anderen Staaten? Staaten haben doch heutzutage kaum noch interesse am Krieg gegeneinander, heutzutage geht es doch nur noch um die Wirtschaft. Vor Terroristen?
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