In der Arktis werden gewaltige Öl- und Gasvorräte vermutet (Quelle: imago)
Im Konflikt um die Rohstoffvorkommen in der Arktis will Russland seine dortigen Interessen künftig von einer paramilitärischen Einheit des Inlandsgeheimdienstes FSB schützen lassen. Diese "Polarstreitkräfte" sollen Russlands Ansprüche auf die dort vermuteten gigantischen Öl- und Gasvorräte verteidigen, zitierte die Zeitung "Kommersant" aus einem Papier des Sicherheitsrates in Moskau.
Der Kreml sehe den "aktiven Schutz der russischen Interessen in der Arktis" als richtungweisende strategische Entscheidung.
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"Militärische Sicherheit gewährleisten"
Die Soldaten werden laut dem Papier, das der russische Präsident Dmitri Medwedew bereits im September genehmigte, "in der Lage sein, die militärische Sicherheit zu gewährleisten". Die Überwachung der Küsten werde der Geheimdienst FSB übernehmen.
Grenzen sollen bis 2010 festgelegt sein
Bis 2010 sollen die russischen Grenzen in der Arktis festgelegt werden, teilte ein Sprecher des Sicherheitsrates mit. In der zweiten Phase bis 2015 sollen diese Grenzen dann international anerkannt und Russlands Wettbewerbsvorteile bei der Erkundung und dem Transport von Energieressourcen umgesetzt werden. In der dritten Phase bis 2020 soll das Gebiet die "führende Basis natürlicher Ressourcen" werden.
Russlands Vertreter bei der NATO, Dmitri Rogosin, warnte zugleich das westliche Militärbündnis vor einem möglichen Engagement in der Arktis. NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer hatte vor Kurzem gesagt, die NATO müsse auf die Herausforderungen in der Arktis wie den Klimawandel und das Abschmelzen der nördlichen Eiskappe reagieren.
Probleme alleine lösen
Laut Rogosin sind jedoch die fünf Anrainerstaaten der Arktis in Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen in der Lage, die Probleme in der Region allein zu lösen. "Die NATO-Aktivitäten wecken den Verdacht, dass man im Kampf um die Ressourcen zu militärischen Mitteln greifen möchte", sagte er nach Angaben der Agentur Itar-Tass.
Flagge untermauert Ansprüche
Russland beansprucht einen 1,2 Millionen Quadratkilometer großen Teil der Arktis einschließlich des Nordpols. Dies wird damit begründet, dass der Festlandsockel unter dem Eismeer die Fortsetzung der eurasischen Landmasse ist. Vor zwei Jahren hatte Russland seine Ansprüche durch das Aufstellen einer Flagge am Nordpol in mehr als 4000 Metern Meerestiefe untermauert. Die Arktis-Anrainer Dänemark, Kanada, Norwegen, Russland und die USA hatten sich 2008 zur friedlichen Lösung ihres Territorialstreits verpflichtet.