Roald Amundsen war 1928 mit einem Wasserflugzeug vom Typ Latham 47 abgestürzt (Foto: dpa)
Eine Expedition der norwegischen Küstenwache und Marine ist in der Hafenstadt Tromsø aufgebrochen, um nach den sterblichen Überresten des Polarforschers Roald Amundsen zu suchen. Amundsen, der erste Mensch am Südpol, war 1928 bei einem Flugzeugabsturz in der Arktis nahe der Bäreninsel ums Leben gekommen.
Das Expeditions-Schiff "KNM Tyr" ist mit modernen Sonargeräten und einem Unterwasserfahrzeug ausgerüstet. Es soll in der Gegend nordwestlich der Bäreninsel, die zu Spitzbergen gehört, nach Wrackteilen suchen. In dem rund 120 Quadratkilometer großen Gebiet ist die See an der fraglichen Stelle etwa 100 bis 200 Meter tief. Ein weiteres Schiff der Küstenwache, die "KV Harstadt", mit 40 Mann an Bord wird die Suche nach dem berühmten Norweger unterstützen.
Als Erster am Südpol
Amundsen wird in Norwegen als Nationalheld gefeiert, seitdem er 1911 in einem denkwürdigem Wettrennen vor dem Briten Robert F. Scott als erster Mensch den geografischen Südpol erreichte. 1928 starb Amundsen beim Absturz eines Flugzeugs auf dem Weg von Tromsø nach Spitzbergen. Dort wollte er nach dem als vermisst geltenden italienischen Polarforscher Umberto Nobile suchen. Der wurde später mit neun Kameraden von einer Eisscholle gerettet.
Norwegen fiebert nach Hinweisen
Partner der Expedition ist das norwegische Luftfahrtmuseum, das ein Unterwasserfahrzeug entwickelt hat, das den Meeresgrund untersuchen kann. "Schiffe und Ausrüstung sind in Ordnung, das Wetter spielt mit, die Besatzung ist vorbereitet", schrieb der neuseeländische Expeditionsleiter Rob McCallum in seinem Blog. Ganz Norwegen wartet nun auf Hinweise, was mit dem Helden Amundsen bei seinem letzten, tragischen Flug passiert sein könnte.