06.10.2011, 20:03 Uhr
Die "Polarstern" hat die Dicke des arktischen Eises vermessen (Quelle: dpa)
Rund um den Nordpol gibt es fast kein mehrere Jahre altes Eis mehr. Das hat die jüngste Arktis-Expedition des Forschungseisbrechers "Polarstern" dramatisch vor Augen geführt. Bei Eisstärkemessungen sei entlang einer rund 2500 Kilometer langen Linie fast ausschließlich einjähriges Eis gefunden worden, sagte der Meeresphysiker Stefan Hendricks.
Das Eis schmilzt deutlich schneller als in den Prognosen zu den Folgen des Klimawandels vorhergesagt. Spätestens bis Mitte dieses Jahrhunderts werde das mehrjährige Eis vollständig verschwunden sein, vermutet der Wissenschaftler Rüdiger Gerdes.
Zum dritten Mal in seiner 30-jährigen Geschichte überquerte das Schiff des Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung (AWI) den Nordpol. Auf dem Weg sei man durch so dünnes Eis wie nie zuvor gefahren, sagte Kapitän Stefan Schwarze. Der Seemann war bereits bei den Fahrten 1991 und 2001 dabei. "Damals war es harte Arbeit, sich durchs Eis zu kämpfen. Jetzt konnten wir zügig fahren."
Bei ihren Eisdickemessungen fanden die Meeresphysiker überwiegend nur 90 Zentimeter dickes Eis. Diese Schicht bildet sich während eines einzigen arktischen Winters auf der Meeresoberfläche. Lediglich vor dem Kanadischen Archipel und in der Nähe der nordsibirischen Inselgruppe entdeckten die Forscher noch größere Mengen mehrjährigen Eises, das zwischen zwei und fünf Metern dick ist.
In diesem Sommer hat die Eisschmelze im Arktischen Ozean die Ausmaße des Rekordminimums von 2007 erreicht, berichtete Gerdes. Vor vier Jahren habe sich aber Ende September beispielsweise auf der Laptewsee bereits wieder erstes Eis gebildet, sagte die Leiterin der Expedition durch die Zentralarktis, Ursula Schauer. "Dieses Mal war von Eisbildung weit und breit nichts zu sehen."
Der Klimawandel führt dazu, dass das Abschmelzen der Eisschicht auf den Meeren rund um den Nordpol extrem beschleunigt wird. Dagegen wird die Neubildung im Winter stark verlangsamt. Der Prozess wird von Forschern auch als ein möglicher Kipp-Punkt betrachtet - also als einer der sich selbst beschleunigenden Entwicklungen, die den Klimawandel und seine Folgen unumkehrbar machen könnten. Das liegt daran, dass eisfreies dunkles Wasser sich durch Sonneneinstrahlung stärker erwärmt als durch Eis bedecktes. Die schneller steigende Wassertemperatur beschleunigt wiederum die Eisschmelze.
Die rund viermonatige Forschungsreise führte über eine Strecke von 11.800 Seemeilen, also 22.200 Kilometern. Dabei durchquerte das Schiff auch den zentralen Arktischen Ozean und erreichte den Nordpol. Unterwegs flogen die Wissenschaftler mit einem Bord-Hubschrauber über das Eis und maßen dessen Dicke mit einer elektromagnetischen Spezialsonde. Die "Polarstern" unternimmt solche ausgedehnten Arktisreisen im Abstand mehrerer Jahre, zuletzt 2007. Die Forscher wollen die gesammelten Daten der letzten beiden Fahrten jetzt genau miteinander vergleichen.
Quelle: dpa
glehn schrieb:
am 6. Oktober 2011 um 21:21:38
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weniger Eis ist vorteilhaft
jetzt kan wenigstens problemlos nach Öl und Bodenschätzen gesucht werden. Super!
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Überzeugter schrieb:
am 6. Oktober 2011 um 21:14:06
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Arktis war gestern...
Wo ist das Problem? Die Menschheit bekommt das, was sie angerichtet hat. Experten prophezeien inzwischen, dass Unwetter
und Naturkatastrophen in einer Form zunehmen werden, dass die Menschheit nicht mehr in der Lage sein wird, Kriege zu führen. Wäre das nicht toll...?
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