25.02.2010, 12:16 Uhr | dpa
Arktis: Die Nasa-Aufnahme zeigt die maximale Eisausdehnung der Arktis für den Winter 2008/2009, die seit Jahren zurückgeht (Foto: dpa)
In der Arktis hat sich in diesem Winter nur sehr wenig neues Eis gebildet. "Weder räumlich noch zeitlich kann man von einem kalten arktischen Winter sprechen", sagte der Meeresphysiker des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven, Prof. Rüdiger Gerdes.
Da die Eisdecke nicht genug gewachsen ist, sondern relativ dünn geblieben ist, rechnen Experten damit, dass große Eisflächen bis zum Sommer schmelzen werden. Auch in den vergangenen Jahren war die Eisausdehnung im Sommer unter dem langjährigen Mittel von sieben Millionen Quadratkilometern geblieben.
"Wenn man jetzt auf die aktuelle Karte schaut, dann sieht man, dass das Eis weniger ist als im langjährigen Mittel", so Gerdes. Das sei zum einen der Temperatureffekt, da es vor allem im Dezember in weiten Gebieten sehr warm gewesen sei. Zum anderen sei es aber auch stark bedingt durch den Transport von Eis durch Wind. Es habe die ganze Zeit wenig Eis gegeben. Es ist aber kein Rekord gewesen. "Aber es ist eines der Jahre mit der geringsten Eisausdehnung im Winter."
2009 hatte die arktische Eisausdehnung die drittkleinste seit Beginn der Satellitenmessungen 1979. In den beiden Jahren zuvor war sie noch geringer. Den Negativrekord verzeichneten Forscher 2007 mit nur 4,1 Millionen Quadratkilometern rund um den Nordpol. Im vergangenen Jahr konnte wegen der starken Eisschmelze erstmals ein deutsches Handelsschiff die Nordostpassage vor der Küste Sibiriens durchqueren.
Einen ähnlichen Trend zeigen Daten der US-Raumfahrtbehörde NASA für das arktische Wintereis: Die sechs kleinsten Ausdehnungen des Arktiseises seit Beginn der Satellitenmessungen 1979 lagen demnach in den vergangenen sechs Jahren (2004 bis 2009).
"Was diesen Winter angeht kann man nicht davon ausgehen, dass es vom Volumen her mehr Eis gibt als im letzten Jahr, weil einfach die Temperaturen relativ hoch waren", sagte Gerdes. "Definitiv sagen kann ich es natürlich nicht, weil wir ja noch keine Messungen haben." Es gab aber wohl auch keine Bedingungen, dass sich dicke Eisschichten gebildet haben.
Quelle: dpa
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