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Arizona-Schütze wegen Mordes angeklagt

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Arizona-Schütze wegen Mordes angeklagt

10.01.2011, 12:29 Uhr

Luftballons erinnern an die Opfer des Attentäter von Arizona, Jared Lee Loughner (Fotos: Reuters)

Luftballons erinnern an die Opfer des Attentäter von Arizona, Jared Lee Loughner (Fotos: Reuters)

Der Todesschütze von Arizona muss bereits am heutigen Montag erstmals vor dem Richter erscheinen. Erst vor zwei Tagen hatte er in einem Einkaufszentrum in Tucson ein Blutbad angerichtet. Der 22-Jährige, der die Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords mit einem gezielten Kopfschuss schwer verletzt und sechs weitere Menschen getötet hatte, ist des mehrfachen Mordes und versuchten Mordes angeklagt.

US-Präsident Barack Obama rief für 11 Uhr Ortszeit (17 Uhr mitteleuropäischer Zeit) zu einer Schweigeminute auf. Er selbst will im Garten des Weißen Hauses der Opfer gedenken. Über die Motive des anscheinend verwirrten Todesschützen Jared Loughner wird noch immer gerätselt.

Aufgeheizte Stimmung mitverantwortlich?

Die politische Diskussion konzentriert sich unterdessen auf die Frage, ob das in den vergangenen zwei Jahren zunehmend aufgeheizte politische Klima mitverantwortlich für das Blutbad ist. Dabei konzentrierten sich die Vorwürfe der demokratischen Seite, zu der Obama und Giffords gehören, auf die radikalkonservative Tea Party. Deren Leitfigur Sarah Palin war 2008 republikanischen Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten.

Der Wahlkreis der 40-jährigen Demokratin Giffords gehörte zu jenen, die auf Palins Webseite vor der Kongresswahl mit einem Fadenkreuz versehen waren. Die Ex-Gouverneurin von Alaska hatte ihre Gefolgsleute auch aufgerufen: "Zieht euch nicht zurück - ladet neu!". Derartige "gewalttätige Rhetorik" trage zu einem vergifteten Klima bei, sagte der demokratische Senator Richard Durbin in einer CNN-Sendung. Sein republikanischer Kollege Lamar Alexander warnte hingegen davor, das Attentat mit Tea-Party-Äußerungen oder der Rhetorik anderer Gruppen in Verbindung zu bringen.

Flaggen wehen auf Halbmast

An Bundesgebäuden im ganzen Land wurden die Flaggen auf Halbmast gesetzt - unter den Todesopfern sind ein hochrangiger Bundesrichter und ein 30-jähriger Wahlkreis-Spitzenmitarbeiter der Abgeordneten. Auch ein neunjähriges Mädchen starb: Geboren wurde die kleine Christina nach Medienberichten am 11. September 2001, dem Tag der verheerenden Terroranschläge in den USA.

Loughner war am Tatort von Passanten überwältigt worden, bevor er ein noch schlimmeres Blutbad anrichten konnte. 14 Menschen hatten den Anschlag mit einer halbautomatischen Waffe teils schwer verletzt überlebt, so auch Giffords. Ihr Zustand ist weiter kritisch. Die beim Blutbad verwendete Waffe soll der 22-Jährige im November gekauft haben.

Loughner wurde zunächst in fünf Punkten angeklagt, und zwar wegen dreifachen versuchten Mordes und zweifachen Mordes. Dabei geht es um die Opfer, die Bundesbedienstete waren. Dazu gehören Giffords und zwei ihrer Helfer, die überlebten, sowie der getötete Richter und der Wahlkreis-Mitarbeiter. Weitere Anklagen gelten als wahrscheinlich.

Attentäter war wohl Einzeltäter

Nachdem die Polizei zwischenzeitlich nach einem Komplizen suchte, geht sie nun davon aus, dass Loughner ein Einzeltäter ist. Bei einer Hausdurchsuchung fanden die Beamten in einem Safe Hinweise darauf, dass er die Tat geplant hatte. So wurde ein Briefumschlag mit verschiedenen "Botschaften" Loughners wie "Mein Attentat" und mit dem Namen Giffords entdeckt. Bizarre Erklärungen und Videos des jungen Mannes im Internet weisen auf einen wirren politischen Hintergrund hin.

Nach dem Attentat hatte ein Sheriff noch erklärt, es werde gegen einen weiteren verdächtigen Mann ermittelt. Der Verdacht bestätigte sich jedoch nicht: Der mutmaßliche Komplize entpuppte sich als harmloser Taxifahrer.

Lougher hatte Giffords mehrfach kontaktiert

Aus Gerichtsunterlagen geht hervor, dass der Verdächtige Jared Loughner bereits in der Vergangenheit wiederholt Kontakt zur Kongressabgeordneten Giffords hatte, der am Samstag während eines Bürgertreffens aus kurzer Entfernung in den Kopf geschossen wurde. Ein Beweis dafür sei ein an Loughner adressiertes Schreiben, das auf offiziellem Briefpapier der Politikerin verfasst worden sei, hieß es. In dem Brief bedanke sich Giffords bei dem Verdächtigen für dessen Teilnahme an einer ihrer Kundgebungen in Tucson im Jahr 2007. Das Attentat am Samstag ereignete sich bei einer ähnlichen Kundgebung.

Schulfreunden zufolge fragte Loughner die demokratische Politikerin bei der Veranstaltung vor drei Jahren "Was ist die Regierung, wenn Worte keine Bedeutung haben?". Gifford habe darauf nicht viel zu sagen gewusst. Loughner habe sich furchtbar aufgeregt, sagte ein Freund. Was solle man von Regierungsmitarbeitern halten, die nicht beschreiben könnten, was sie eigentlich täten, soll Loughner sich ereifert haben. Er habe immer großes Misstrauen gegen die Regierung gehegt und sie einer Art Verschwörung verdächtigt. So sei er davon überzeugt gewesen, dass die US-Regierung hinter den Anschlägen vom 11. September 2001 stehe und ein einheitliches Währungssystem für die ganze Welt plane.

Bei einer Durchsuchung des Hauses des Verdächtigen fanden die Ermittler zudem einen Brief in einem Safe, in dem Sätze wie "Ich habe voraus geplant" und "Mein Attentat" zu lesen gewesen seien. Neben dem Namen Giffords' habe in dem Brief die Unterschrift des Verdächtigen gestanden, erklärten die Ermittler.


Quelle: dpa , dapd

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Kommentare (4)

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Thema: "Arizona-Schütze wegen Mordes angeklagt"

gerd schrieb: am 10. Januar 2011 um 21:23:26
(0) (0) hmm
je mehr die amis sich gegenseitig die birne wegschiessen desto weniger können sie den bevölkerungen aderer länder schaden. nur weiter
so . vielleicht gibs ja dann frieden !!!
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regina schrieb: am 10. Januar 2011 um 20:21:08
(0) (0) Mord
Da wird sich über den Amoklauf in den USA aufgeregt, besonders Presse, Funk und Fernsehen. In Deutschland ist es nicht besser. Diese
Typen haben doch alle eine Persönlichkeitsstörung wird in Deutschland behauptet. Alles Quatsch, die wissen alle was sie tun. Die sollen mal lieber die ganzen privaten Waffen einziehen . Aber das interessiert keinen da oben. Lächerlich wenn es bei uns eine Prämie für selbst abgegebene Waffen gibt, wenn sich mit der Waffe auf der Bank viel mehr kassieren lässt.
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Polka schrieb: am 10. Januar 2011 um 19:36:07
(0) (0) Wirklich traurige Geschichte
Obama, der Friedensnobelpreisträger und Rüstungshersteller Nummer eins weltweit, sollte mehr Ballermänner
unters Volk bringen. Er ist ein wahrer "Friedefürst", und weil er das ist, wird der Täter wie in 34 anderen Bundesstaaten auch, hingerichtet, da jeder weiß, das man gleiches mit gleichem vergelten muß, oder so. Obama sollte nicht nur eine Minute schweigen, man sollte ihm sein Maul für immer stopfen.
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