10.01.2011, 16:17 Uhr
Bei dem Attentat auf eine US-amerikanische Kongressabgeordnete und dem folgenden Blutbad mit sechs Toten im US-Bundesstaat Arizona handelte es sich offenbar doch um die Tat eines geistig verwirrten Einzeltäters. Der 22-jährige mutmaßliche Täter Jared Lee Loughner wurde bereits angeklagt und soll an diesem Montag erstmals vor einem Richter erscheinen.
Wie der ermittelnde Sheriff Clarence Dupnik erklärte, besteht für die Polizei kein Zweifel mehr, dass es sich um die Tat eines "einzelnen, sehr gestörten Individuums" handelte. Nach dem Attentat hatte der Sheriff noch erklärt, es werde gegen einen weiteren verdächtigen Mann ermittelt. Der Verdacht bestätigte sich jedoch nicht: Der mutmaßliche Komplize entpuppte sich als harmloser Taxifahrer.
Während einer politischen Kundgebung war die demokratische Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords am Samstag vor einem Einkaufszentrum in Tucson von dem Attentäter Loughner mit einem Kopfschuss lebensgefährlich verletzt worden. Sechs weitere Menschen starben im folgenden Kugelhagel, darunter ein neunjähriges Mädchen und ein Bundesrichter, zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt.
Der Täter war noch am Tatort von Passanten überwältigt worden, bevor er ein noch schlimmeres Blutbad anrichten konnte. 14 Menschen hatten den Anschlag mit einer halbautomatischen Pistole teils schwer verletzt überlebt, so auch die Demokratin Giffords. Die 40 Jahre alte Politikerin befand sich am Sonntag noch in einem kritischen Zustand; die Ärzte sind aber zunehmend zuversichtlich, dass sie das Attentat übersteht.
Loughner wurde zunächst in fünf Punkten angeklagt, wegen dreifachen versuchten Mordes und zweifachen Mordes. Dabei geht es um die Opfer, die Bundesbedienstete waren. Dazu gehören Giffords und zwei ihrer Helfer, die überlebten, sowie der getötete Richter und der Wahlkreis-Mitarbeiter. US-Präsident Barack Obama hat für Montagvormittag zu einer Schweigeminute aufgerufen. An Bundesgebäuden wurden die Flaggen auf Halbmast gesenkt
In einem Interview mit dem Sender Fox News sagte Sheriff Dupnik, es stehe fest, dass es der Täter bei seinem Attentat in Tucson gezielt auf Gabrielle Giffords abgesehen habe. Er verwies auf einen entsprechenden Brief Loughners, den die Polizei in dessen Wohnung entdeckt hat. In einem Safe fand die Polizei zudem einen Umschlag, auf dem "Ich plante voraus", "Mein Mordanschlag" und "Giffords" stand. Zudem fand sie einen Brief von Giffords, in dem die demokratische Abgeordnete Loughner für die Teilnahme an einer Kundgebung im August 2007 dankte. Die Motive des Täters bleiben aber weiter unklar. Bizarre Erklärungen und Videos des jungen Mannes im Internet weisen jedoch auf einen wirren politischen Hintergrund hin.
Politiker der Demokratischen Partei der USA übten unterdessen Kritik an der zunehmend aggressiven politischen Rhetorik vom politischen Gegner. Sie empören sich vor allem über eine Karte, die von einem Wahlkampfteam der Rechtsaußen Sarah Palin vor den Zwischenwahlen ins Internet gestellt worden war. Darauf waren die Wahlkreise besonders verletzlicher Politiker, darunter auch Giffords, mit Fadenkreuzen markiert. In die Kritik geriet auch Palins Slogan "Nicht zurückweichen, nachladen". "Solche Dinge, glaube ich, laden ein zu dieser giftigen Rhetorik, die instabile Menschen dazu verleiten kann zu glauben, dies sei eine akzeptable Reaktion", sagte dazu der demokratische Senator Dick Durbin dem Sender CNN.
Sheriff Dupnik, ebenfalls ein Demokrat und ein entschiedener Gegner der lockeren Waffengesetze Arizonas, warnte vor einer Rhetorik des Hasses, der Paranoia und des Misstrauens gegenüber der Regierung. Solche Rhetorik könnte besonders bei psychisch instabilen Persönlichkeiten negative Wirkung entfalten, sagte Dupnik. Zu den möglichen Motiven des Attentäters sagte der Sheriff, es habe "Tag und Nacht in Radio und Fernsehen eine Menge ätzender Kommentare zu ihrer Unterstützung der Gesundheitsreform" gegeben. Diese Kommentare hätten viele Leute aufgehetzt.
Der republikanische Senator Lamar Alexander wies in einem Interview mit CNN die Vorwürfe gegen Palin zurück, rief jedoch zu mehr gegenseitigem Respekt in der politischen Debatte auf. Palin veröffentlichte eine Botschaft auf Facebook, in der sie den Angehörigen Giffords und der anderen Opfer ihr Beileid ausdrückte. Giffords war im November mit knapper Mehrheit in dem politisch zutiefst gespaltenen Staat im Süden der USA für eine dritte Legislaturperiode ins Abgeordnetenhaus gewählt worden. Als entschiedene Gegnerin der umstrittenen Einwanderungsgesetz des Staates und als Unterstützerin der Gesundheitsreform war sie wiederholt bedroht worden.
Quelle: dpa , AFP
Politolix schrieb:
am 10. Januar 2011 um 12:39:51
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USA
Statt zu versuchen gemeinsam die Karre aus dem Dreck zu ziehen und gleichzeitig für soziale Gerechtigkeit zu sorgen streitet man
sich,blockiert notwendig gewordene Entscheidungen der Demokraten und sät HASS.Man kann den amerikanischen Wähler nicht verstehen, der diese im Grunde genommen REGIERUNGSUNFÄHIGKEIT Obamas verursacht.
Wollte er den Wechsel in der Politik oder nicht? Dass dieser Wechsel Zeit und Geld braucht, war doch wohl klar!
Lobbyismus und Ungeduld regiert die USA , nicht Obama!
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Bingo schrieb:
am 10. Januar 2011 um 12:29:52
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US Politiker
Da zeigt sich , wessen Geistes Kind Fr. Palin ist. Aber davon stehen noch viele in den Reihen und treiben dumme Spiele.
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Nina schrieb:
am 10. Januar 2011 um 12:04:38
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Verantwortlichkeiten
MACHT einiger weniger ist das wichtigste - nicht nur in der USA, dafür wird die Freiheit und Leben vor allem der
anderen gerne geopfert. Eigentlich gehören Palin und einige andere Republikaner angeklagt, aber das wird sicher nicht geschehen.
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