03.02.2006, 15:23 Uhr
Ötzi war wahrscheinlich unfruchtbar. Zu diesem Ergebnis ist der italienische DNA-Forscher Franco Rollo gekommen. Diese Erkenntnis unterstütze die These, dass der Mann aus dem Eis nur wenig soziales Ansehen hatte und als Außenseiter galt.#
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Leise Zweifel bleiben
Die Untersuchungen an der über 5000 Jahre alten Gletschermumie seien äußerst präzise an so genannter mitochondrialer DNA durchgeführt worden, hieß es. Dennoch könne die Sterilität des Gletschermanns nicht zweifelsfrei bewiesen werden, betonte Rollo. Mitochondriale DNA ist ein spezieller Teil des Erbguts, der ausschließlich von der Mutter vererbt wird.
Wurde Ötzi zum Teufel gejagt?
Die Studie widerlege jedoch die romantisch-patriotische Theorie, wonach der Steinzeitjäger der Vorfahre aller Tiroler war. Dagegen unterstütze sie die Ergebnisse des mittlerweile verstorbenen Ötzi-Forschers Konrad Spindler. Der Wissenschaftler hatte festgestellt, dass Ötzi ein Ausgestoßener war und deshalb in der extremen Gebirgswelt ums Leben kam.
1991 auf Gletscher gefunden
Ein Nürnberger Ehepaar hatte den Eismann 1991 auf dem Similaun-Gletscher im Ötztal gefunden. Die Mumie war erst durch das Abtauen des Gletschers wieder ans Tageslicht gekommen. Sie gilt noch immer als Sensationsfund. Wissenschaftler erhoffen sich Einblicke in das Leben der Menschen der Jungsteinzeit. Die 5300 Jahre alte Leiche wird heute in einem Museum in Bozen aufbewahrt.
Quelle: dpa
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