06.12.2011, 19:12 Uhr
Der Sprengsatz detonierte in der Nähe eines Schreins im Zentrum der Altstadt von Kabul. Dort hatten sich hunderte Gläubige versammelt.
Einer der schwersten Anschläge in Afghanistan hat womöglich eine weit größere Dimension: Die pakistanische Terrororganisation Lashkar e-Jhangvi al-Alami bekannte sich zu dem Selbstmordattentat auf schiitische Gläubige in Kabul mit fast 60 Toten.
Ein Attentäter hatte sich während des schiitischen Aschura-Festes in Kabul in die Luft gesprengt. Auch zu einem zweiten Anschlag in Masar-i-Scharif mit vier Toten bekannte sich die pakistanische Organisation. Ihr werden Kontakte zu Al-Kaida und den Taliban nachgesagt.
Die sunnitische Terrorgruppe Lashkar e-Jhangvi al-Alami wurde in der Vergangenheit für Dutzende Anschläge auf Schiiten in Pakistan verantwortlich gemacht. Übergriffe auf das Nachbarland Afghanistan waren bislang nicht bekannt.
Der Angriff in Kabul galt dem Abu-Fasl-Schrein in der Altstadt, wo sich zahlreiche Gläubige an einem der höchsten Feiertage der schiitischen Muslime versammelt hatten. Der Anschlag ereignete sich nur rund 500 Meter vom Präsidentenpalast entfernt. Ein Augenzeuge berichtete: "Rund um den Schrein lagen überall Körperteile, auch Kinder waren unter den Toten." Insgesamt wurden bei den beiden Attentaten mehr als 130 verletzt. Die Taliban wiesen jede Verantwortung zurück.
Angriffe gegen die schiitische Minderheit waren in Afghanistan anders als im Nachbarland Pakistan oder im Irak bislang äußerst selten. Die afghanischen Behörden hatten von Anfang an sunnitische Extremisten hinter den Taten vermutet. Die Taliban rekrutieren sich vorwiegend aus sunnitischen Muslimen. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid nannte die Anschläge aber unmenschlich und unislamisch. Der schiitische Geistliche Seyed Taqdusi sagte: "Schiiten und Sunniten leben in Afghanistan friedlich zusammen." Er sah die Drahtzieher des Kabuler Anschlags in Pakistan.
Mit dem Aschura-Fest gedenken schiitische Muslime ihres Märtyrers Hussein, eines Enkels des Propheten Mohammed. Hussein starb 680 in einer Schlacht bei Kerbela (heute im Irak). Er steht für die Schiiten für die Verfolgung in einer ihrem Glauben feindlich gesinnten Welt. Jeder Fünfte der knapp 30 Millionen Afghanen gehört zu den Schiiten.
Kurz nach dem Anschlag in Kabul explodierte im Zentrum von Masar-i-Scharif im Einsatzgebiet der Bundeswehr eine weitere Bombe. Der an einem Fahrrad befestigte Sprengsatz war nach Polizeiangaben in der Nähe einer schiitischen Moschee im Stadtzentrum detoniert. Auch in Masar-i-Scharif hatten Schiiten Aschura gefeiert.
Die internationale Schutztruppe ISAF verurteilte die Anschläge auf schiitische Muslime in Afghanistan scharf. Die Attacke an einem der heiligsten Tage im islamischen Kalender sei "ein Angriff auf den Islam selbst", sagte der amerikanische ISAF-Kommandant General John Allen. "Wir verurteilen diese Verbrechen aufs schärfste", fügte er hinzu.
Quelle: dpa
Gregorius schrieb:
am 6. Dezember 2011 um 20:56:03
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weg damit!
Wenn man einmal überlegt, für wieviele Tote die Religionen dieser Welt verantwortlich sind, gibt es nur ein Fazit: Weg damit! Mit allen.
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nido schrieb:
am 6. Dezember 2011 um 19:00:16
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Analphabetenstaat
In diesem Steinzeitland haben wir doch nichts verloren ! Sollen ihnen doch die islamischen Nachbarn helfen - das ist doch
der totale Schwachsinn ! Raus aus Afghanistan und die " Kohle" hier in Deutschland in die Pflegeheime investieren ! Dann würde ich auch wieder zur Wahl gehen !!!
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Frank schrieb:
am 6. Dezember 2011 um 17:19:11
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afghanistan
wann ziehen sich endlich alle aus diesem land zurück.
wie es scheint ein land voller wahnsinniger
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