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Angela Merkel will klare Vorgaben für eine schnelle Integration

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Kanzlerin will klare Vorgaben für eine schnelle Integration

04.11.2010, 11:12 Uhr

Klare Vorgaben sollen nach dem Willen der Bundesregierung die Integration von Migranten beschleunigen (Foto: imago)

Klare Vorgaben sollen nach dem Willen der Bundesregierung die Integration von Migranten beschleunigen (Foto: imago)

Die Bundesregierung will bei der Integration von Migranten Nägel mit Köpfen machen: Durch konkrete Ziel- und Zeitvorgaben will Schwarz-Gelb die Eingliederung von Einwanderern beschleunigen. Zugleich will sie ihre eigenen Maßnahmen regelmäßig überprüfen. Binnen fünf bis sieben Jahren solle allen rund 1,8 Millionen Menschen, die Interesse an einem Integrationskurs haben, ein Angebot gemacht werden, sagte Kanzlerin Angela Merkel zum Abschluss des 4. Integrationsgipfels.

Von den Ländern verlangte der Bund größere Anstrengungen. Die Integrationsbeauftragte Maria Böhmer sagte: "Die Länder haben uns zugesagt, dass der Anteil der Schulabbrecher bei ausländischen Kindern auf das Niveau gesenkt werden soll wie bei deutschen Kindern." Die Quote betrage bei Zuwandererkindern 13 Prozent, bei deutschen hingegen nur sieben Prozent. Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper, sagte: "Eine bessere Integrationspolitik scheitert derzeit am Länderegoismus in der Bildungspolitik."

Böhmer für "umfassenden Ansatz"

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer zeigte sich nach dem Gipfel von rund 120 Vertretern aus Politik und gesellschaftlichen Gruppen optimistisch, "dass die angesprochenen Probleme wenigstens schrittweise zu lösen sind". Das Problem der Schulabbrecher sei auch bei den deutschen Kindern zu hoch, daher müsse es umfassend angegangen werden.

Die Präsidentin des Deutschen Städtetages, Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth, sagte: "Wenn Kommunen präventiv tätig werden sollen, brauchen sie dafür die finanziellen Spielräume." Die Grünen kritisierten, im Bundeshaushalt "wird weder mehr Geld für Integrationskurse eingestellt, damit alle Interessenten teilnehmen können, noch werden integrationspolitisch sinnvolle Maßnahmen in den Kommunen über das Projekt Soziale Stadt weitergeführt."

"Wir müssen hingehen, wo viele sind"

Maria Böhmer sagte, innerhalb eines Jahres solle ein nationaler Aktionsplan ausgearbeitet werden. Bei Bildung, Deutschkenntnissen und Ausbildung seien klare Zielvorgaben vorgesehen. Sie hob zugleich die "wichtige Brückenfunktion der Migranten" im öffentlichen Dienst hervor, etwa bei Polizisten und Lehrern. Innenminister Thomas de Maizière kündigte verstärkte Anstrengungen bei der Anwerbung an: "Wir müssen hingehen, da wo viele sind."

Merkel unterstrich, dass gegen Gewalt an Schulen und problematische "männliche Verhaltensmuster" etwas getan werden müsse. "Auch diese Themen müssen auf den Tisch." Die Kanzlerin präzisierte ihre Aussage, "Multikulti ist gescheitert". Dies gelte insofern, als man in den vergangenen Jahrzehnten davon ausgegangen sei, Integration sei bei einem bloßen Nebeneinanderherleben möglich. Man habe nicht gesehen, dass Integration viel Engagement und Kraft für die Gesellschaft bedeute.

"Die multikulturelle Gesellschaft ist Realität"

Der Geschäftsführer des Multikulturellen Forums, Kenan Kücük, kritisierte die jüngste Debatte über Multikulti: "Die multikulturelle Gesellschaft ist Realität". Der Islam sei Teil der deutschen Gesellschaft, zitierte er Bundespräsident Christian Wulff. "Einseitige Diskussionen nähren Ablehnung, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus."

Mit Blick auf die Pläne der Regierung zu den Integrationskursen sagte Merkel, die Regierung hole nach, "was 30 Jahre versäumt wurde". Sie glaube aber nicht, "dass wir in allen Fragen der Integration dann schon am Ende unserer Arbeit sind". Sie beklagte, dass derzeit mehr Menschen Deutschland verließen als kämen. So gingen viele türkischstämmige Uni-Absolventen zurück in die Türkei.

Regierung will 300.000 Zuwanderer gewinnen

Merkel wie Wolfgang Böhmer bekräftigten, dass ausländische Berufsabschlüsse schneller anerkannt werden müssten. In einer Frist von etwa drei Monaten sollten die Ausländer Bescheid bekommen. In neuen individuellen Vereinbarungen solle festgelegt werden, was Zuwanderer an Unterstützung bekommen und was sie leisten sollten, kündigte Maria Böhmer an. Durch eine bessere Anerkennung ausländischer Abschlüsse sollten zudem rund 300.000 qualifizierte Zuwanderer gewonnen werden.


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Quelle: dpa

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Kommentare (10)

zum Forum

Thema: "Angela Merkel will klare Vorgaben für eine schnelle Integration"

Trabbi schrieb: am 3. November 2010 um 19:47:02
(0) (0) BRDigen
Au mann au mann, wo lebe ich eigentlich? Noch mehr reinholen? Sicher doch !!! Dann noch das Ausländerwahlrecht und wir haben bald
eine islamische Republik....ich lache mich kaputt über diesen Staat.
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Jakob schrieb: am 3. November 2010 um 19:42:15
(0) (0) Geschwätz
Hallo Frau M, auf solches Geschwätz verzichte ich gerne! Es ist einfach nur überflüssig.

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M.H.E. schrieb: am 3. November 2010 um 19:32:41
(0) (0) Integration
Schluß mit der Intergation... hat bis heute bei " V i e l en " nicht geklappt, wird auch in der Zukunft " bei denen" nicht
klappen, denn diese Migranten fühlen sich doch in unserem Sozialstaat gut versorgt ! ... allle Leistungen streichen, dann löst sich sich so manchens Problem von allein. Wer als Zuwanderer unsere Sprache spricht und Arbeit nachweisen kann , wird unsere Gesetze befolgen ...... kann auch gern in der BRD bleiben oder zuziehen, der fällt dem Sozialsystem nicht zur Last.
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