24.02.2012, 08:43 Uhr
Barbara John ist die Ansprechpartnerin für rund 66 Angehörige der Opfer der NSU-Mordserie (Quelle: dapd)
Die Opfer der Zwickauer Terrorzelle sollen nach dem Willen ihrer Angehörigen eine Gedenkstätte bekommen. Die Einrichtung eines solchen Ortes würde ein Zeichen setzen, sagte die Ombudsfrau für die Hinterbliebenen, Barbara John. "Wir müssen uns vor Augen halten, dass diese Mordserie nach den Morden der RAF den zweit schlimmsten Einschnitt in der Geschichte der Bundesrepublik markiert", sagte sie.
Die Hinterbliebenen wollten daran mitwirken, dass der Rassismus zurückgedrängt wird, sagte John. Viele wünschten sich daher einen öffentlichen Gedenkort für ihre Angehörigen. "Vorbei und vergessen, das darf auch aus meiner Sicht nicht geschehen", mahnte sie.
Da fünf der Nazi-Morde in Bayern verübt worden seien, habe sie bereits in München angefragt, ob die dortigen Behörden bereit wären, eine solche Gedenkstätte zu schaffen, sagte John. Auch ein anderer Ort sei noch denkbar, betonte sie. Für die ermordete Polizistin Michel Kiesewetter gebe es in Heilbronn bereits eine Gedenktafel.
Am Donnerstag findet in Berlin die zentrale Gedenkfeier für die Opfer der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle statt. Hauptrednerin wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sein. Die Terrorzelle wird zehn Morde und zwei Nagelbomben-Attentate verantwortlich gemacht.
John sagte, sie hoffe, dass nach der Gedenkfeier die Anteilnahme an den Verbrechen nicht gleich wieder abebbe. Rassistische Menschenfeindlichkeit finde in Deutschland nach wie vor einen Nährboden, warnte sie.
Die ehemalige Ausländerbeauftragte des Berliner Senats nahm Ende Dezember 2011 im Auftrag von Justizministerium, Innenministerium und der Migrationsbeauftragten der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), ihre Arbeit als Ombudsfrau für die Opfer-Familien auf. Sie ist Ansprechpartnerin für rund 66 Betroffene.
Quelle: dapd
wichtler schrieb:
am 22. Februar 2012 um 14:10:21
(140)
(5)
Gedenkstätte
Fordere sofortigen Bau von Vorbeugungs - Gedenkstätten, gern auch zeitlich begrenzt oder Mehrfach - Gedenk - Nutzung -
...man.. kann garnicht genug vorbeugend genug an Alles und Jedes gedenken.
Wer noch nicht begriffen hat: Mord ist Mord - verjährt nicht!.
Aber es sind Millionen Morde aus religiösen / Politischen Gründen verbrochen worden-- an die bisher noch keiner ...gedenkt - gedacht .. interressiert ist / hat!
mehr
Kommentar melden
N. ter Beil schrieb:
am 22. Februar 2012 um 13:51:01
(65)
(7)
Denkmal, denk mal
Nur zur Klarstallung, Frau John, was da passiert ist findet durchaus nicht meine Billigung.
Kommentar melden
hjw schrieb:
am 22. Februar 2012 um 13:48:38
(116)
(4)
Gedenkstätten
Je mehr Gedenkstätten, desto belangloser werden sie. Schlimm, was durch die NSU geschehen ist, aber dafür ein Mahnmal?
Totensonntag, Tag der Arbeit - Das waren noch Themen. Aber seit jeder Blödsinn seinen Gedenktag hat (Tag des Bieres, Aids-Tag, ...), nimmt man ihn nicht mehr wahr. Und so wird es auch den Gedenkstätten gehen. Eine Mahntafel vor Ort - ja. Aber eine Gedenkstätte?
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Die neue Frühlingskollektion von Topmarken: tolle Schuhe, Mode u.v.m. - Versand gratis. mehr
Extravagante und schicke Damen-
mode für die neue Saison: jetzt online bestellen. von WENZ