Im April 2007 wurde eine 22-jährige Polizistin auf der Theresienwiese in Heilbronn erschossen (Foto: dpa)
Im Fall des Polizistenmordes von Heilbronn hatten die Ermittlungsbehörden in Baden-Württemberg einem Medienbericht zufolge frühzeitig Hinweise auf einen möglichen Mafia-Hintergrund. Wie das Magazin "Stern" berichtete, gab es bei Behörden Erkenntnisse darüber, dass der Raum Heilbronn eine Drehscheibe der organisierten Kriminalität ist.
Vor allem osteuropäische Mafia-Gruppierungen seien hier aktiv. "Es geht hauptsächlich um Menschenschleusung, Kreditkartenbetrug und Drogen", zitiert das Magazin einen Experten für organisierte Kriminalität (OK).
22-Jährige erschossen
Ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) Baden-Württemberg wies den Bericht zurück. Es gebe bisher keine Anhaltspunkte auf einen Mafia-Hintergrund oder Bandenkriminalität im Zusammenhang mit dem Polizistenmord. Mögliche Bezüge zu einem solchen Tathintergrund seien "natürlich von Anfang an" in die Ermittlungen der Soko einbezogen worden, sagte der LKA-Sprecher. Im April 2007 war eine 22-jährige Polizistin auf der Theresienwiese in Heilbronn erschossen worden. Ein weiterer Beamter wurde schwer verletzt.
Laut "Stern" soll der Parkplatz Theresienwiese nach Erkenntnissen von OK-Ermittlern ein häufig benutzter Umschlagplatz für mit Drogen und anderer heißer Ware beladene Lastwagen sein. Der LKA-Sprecher sagte hingegen, die Theresienwiese sei kein Kriminalitätsschwerpunkt. Er wies zudem Angaben des Magazins zurück, wonach die oder der Täter neben den Waffen und Handschellen der Polizisten auch den Einsatzgürtel des angeschossenen Beamten mitgenommen hätten, womöglich als Trophäe. Laut LKA wurde der Gürtel nicht geraubt.
Phantom war ein Phantom
Im Zusammenhang mit dem Polizistenmord hatten die Ermittler vergangene Woche eine Panne einräumen müssen. Die Polizei hatte jahrelang nach einem Phantom, einer unbekannten Frau, gefahndet, deren DNA-Spuren an über 40 Tatorten in Deutschland, Österreich und Frankreich gefunden worden waren. Die Unbekannte war auch verdächtigt worden, 2007 die Polizistin in Heilbronn erschossen zu haben. Die Spuren waren allerdings auf Verunreinigungen an den für die DNA-Analyse verwendeten Wattestäbchen zurückzuführen.