Mit der Weiberfastnacht oder Altweiberfastnacht beginnt traditionell der Straßenkarneval. Die Frauen übernehmen an diesem Tag das Regiment und stürmen die Rathäuser.
In Amtsstuben und Chefetagen tragen Männer in der Regel nur alte Krawatten, da diese von den "Wievern" gnadenlos gekürzt werden. Zum Trost gibt es "Bützje", also Küsschen.
Ursprung im Rheinland
Heute hat dieser Brauch nach Meinung einiger Forscher eigentlich seine Berechtigung verloren: Er entstand zu einer Zeit, da die Männer noch uneingeschränkt das Sagen hatten. Ihren Ursprung hat die Weiberfastnacht im Rheinland, inzwischen wird aber auch in vielen anderen Regionen gefeiert.
Nonnen feierten ausgelassen
Der "Wieverfastelovend" geht bis tief ins Mittelalter zurück. Schon damals wurde in Kölner Klöstern am Donnerstag vor Karneval die sogenannte Pfaffenfastnacht gefeiert. Besonders in den Nonnenklöstern soll es dabei hoch hergegangen sein. So wurde aus dem Benediktinerkloster St. Mauritius berichtet, dass man die Fastnacht "in voller Lust" gefeiert habe und alle Nonnen verkleidet gewesen seien. Am Tag wurde "getanzt und gesprungen" und des Nachts, als die Äbtissin schlafen gegangen war, Karten gespielt.
Von Ausschweifungen begleitet
Aber auch Ehefrauen verweigerten ihren Männern in dieser "verkehrten Welt" für einen Tag im Jahr den Gehorsam. Die Weiberfastnacht muss damals etwas sehr Befreiendes, geradezu Revolutionäres gehabt haben und war vor allem in Köln oft von Ausschweifungen begleitet. Der Brauch, dass die Frauen den Männern an Weiberfastnacht die Krawatten abschneiden, ist dagegen erst nach 1945 aufgekommen.