Der Amokläufer von Winnenden soll in einem Gespräch in der Psychiatrischen Klinik Weissenhof 2008 über massive psychische Probleme geklagt haben. Er habe einen "Hass auf alle", offenbarte Tim K. nach "Focus"-Informationen seinem Gesprächspartner in Weinsberg. Er habe den Eindruck, dass er nicht wusste, wie er damit umgehen sollte.
Der Anwalt der Familie des Täters, Achim Bächle, sagte zu dem Gespräch in der Klinik: "Es ging um schulische Probleme und die Frage, auf welche weiterführende Schule Tim nach der Mittleren Reife gehen soll." Die Eltern hätten Begabung und Belastbarkeit ihres Sohns prüfen lassen. Der Vater, ein Unternehmer, habe wohl immer noch gehofft, dass der Sohn es wie die jüngere Tochter aufs Gymnasium schaffen könne. Laut Bächle gab es "keine Überweisung durch einen Arzt, keine Behandlung, keine Medikamente und keinen Abschlussbericht."
Bereits vergangenes Wochenende hatte Bächle erklärt, Tim K. sei niemals in psychotherapeutischer Behandlung gewesen. Hintergrund ist das Ermittlungsverfahren, das die Staatsanwaltschaft gegen den Vater wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet hat. Sollte bei Tim K. eine "Amokneigung" ersichtlich gewesen sein, könnte sich der Vater der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht haben. Er hatte eine seiner Waffen nicht im Tresor, sondern im Schlafzimmer aufbewahrt und Tim hatte diese Pistole für das Massaker verwendet.
Möglicher Prozess gegen Eltern
Hardy Schober, dessen 15-jährige Tochter Jana bei dem Amoklauf getötet wurde, sagte dem Magazin: "In einem möglichen Prozess gegen die Eltern des Täters möchten wir als Nebenkläger auftreten. Es geht uns um Wahrheitsfindung und Gerechtigkeit."
Tim K. hatte am 11. März an seiner ehemaligen Schule in Winnenden bei Stuttgart und auf seiner anschließenden Flucht 15 Menschen und sich selbst erschossen. Beim toxikologischen Schnelltest der Leiche des Täters fanden sich im Blut weder Alkohol und Drogen noch Medikamente.