Drucken
Persönliche Briefe an Familien der Todesopfer
02.08.2009, 15:30 Uhr
Gräber auf auf dem Friedhof von Weiler zum Stein: 15 Menschen tötete der Amokläufer in Winnenden (Foto: dpa)
Die Eltern des Amokläufers von Winnenden haben sich in persönlichen Briefen an die Familien der 15 Todesopfer und der zwei schwer verletzten Polizeibeamten gewandt. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet, spricht das Ehepaar darin den Angehörigen sein tiefstes Mitgefühl aus und schildert die eigene Verzweiflung und Ratlosigkeit.
Es vergehe kein Tag, an dem sie nicht an die Folgen der Bluttat vom 11. März und an die Opfer dächten, schreiben die Eltern. Was ihr Sohn angerichtet habe, tue ihnen aus tiefstem Herzen leid und "zerreiße" sie.
Lebenslange Last des Verbrechens
Sie würden den Hinterbliebenen gern Antwort geben, heißt es in dem Brief, der laut "Focus" in der vergangenen Woche abgeschickt wurde. Doch sie wüssten nicht, wie ihr Sohn Tim zu dieser Tat fähig war. Die Last des Verbrechens werde sie ein Leben lang begleiten.
Morddrohungen nach der Tat
Die Eltern erklärten ihre Bereitschaft, mit den Hinterbliebenen in Kontakt zu kommen, sofern diese es wünschten. Nach dem Amoklauf waren die Eltern des Täters aus dem Ort weggezogen. Sie hatten auch Morddrohungen erhalten.
15 Menschen erschossen
Am 11. März hatte ihr 17 Jahre alter Sohn an seiner früheren Schule im baden-württembergischen Winnenden acht Schülerinnen, einen Schüler und drei Lehrerinnen erschossen. Anschließend tötete der Amokläufer drei Menschen auf seiner Flucht nach Wendlingen, wo er sich selbst erschoss.
Quelle: dpa