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Namensvetter von Amokläufer verliert Job
20.03.2009, 18:10 Uhr
Risikoraum Internet (Foto: Imago)
Den 11. März 2009 wird Tim K. aus Bremen wohl nicht so schnell vergessen. Erst erhielt er unzählige Anrufe und E-Mails mit wüsten Beschimpfungen, weil die Leute ihn wegen seines Namens mit dem Amokläufer von Winnenden verwechselten. Dann verlor er auch noch seinen Job bei einer Multimediafirma.
Genervt hatte sich der 21 Jahre alte Auszubildende die Verwechslung zu eigen gemacht und in seinem Profil auf einer Internetplattform geschrieben, dass er Handfeuerwaffen suche und Handgranaten sowie Anleitungen zum Bombenbau verkaufe - aus Frust, wie der angehende Programmierer erzählt. Daraufhin musste er seinen Schreibtisch in einer Multimediafirma räumen.
Foto-SerieAmoklauf in Winnenden
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Nerven verloren
"Im Nachhinein war das natürlich ein Fehler", sagt der junge Mann. Er habe einfach die Nerven verloren. Kurz nach dem Blutbad an der Realschule in Baden-Württemberg habe bereits das Telefon bei seinem Arbeitgeber geklingelt. "Journalisten wollten Informationen über mich herausbekommen", berichtet Tim K..
"Scherz" war drei Minuten online
An die Telefonnummer waren sie seinen Angaben nach über sein Profil in dem Online-Netzwerk "Xing" gelangt, das innerhalb weniger Stunden tausendfach aufgerufen wurde. Plötzlich bekam er E-Mails aus aller Welt, sein Foto kursierte überall im Netz. Schließlich machte er den folgenschweren Fehler und stellte sich in seinem Profil selbst als Amokläufer da. "Das war drei Minuten online, dann wurde es von "Xing" heruntergenommen."
Opfer des Medienrummels
Für seinen Arbeitgeber reichte das aus. "Ich wurde abgemahnt und bis zu meiner Abschlussprüfung im Sommer freigestellt", sagt Tim K. und bestätigt damit Medienberichte. Mittlerweile hat er sein Foto aus seinem Online-Profil entfernt. In der Rubrik "Über mich" steht jedoch immer noch: "Wer hier einen Killer sucht, ist definitiv falsch!". Obwohl sich der 21-Jährige heute reumütig zeigt, sieht er sich vor allem als Opfer des Medienrummels.
Geschichte nicht hinterfragt
In einem neu eingerichteten Blog beschwert er sich darüber, dass niemand die Geschichte kritisch hinterfragt habe. "Hat eigentlich jemand darüber nachgedacht, warum ein Bremer Azubi in Stuttgart einen Amoklauf veranstaltet? Anscheinend nicht." Und dass der wirkliche Täter 17 und nicht wie er 21 Jahre alt gewesen sei, habe auch niemanden interessiert.
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Quelle: t-online.de
, AFP
, dpa