21.10.2010, 15:47 Uhr
Polizeifahrzeuge stehen am Donnerstag in Stuttgart vor dem Gebäude des Landgerichts. (Foto: dpa)
Der Vater eines Winnenden-Opfers soll der Familie des Amokläufers mit Blutrache gedroht haben. Das berichtet die "Bild"-Zeitung in ihrer Internetausgabe.
Bei Gesprächen zur Opferbetreuung sei festgestellt worden, dass sich der Vater eines getöteten Schülers "in den Emotionen verändert" habe. Im Raum stehe Blutrache, heißt es in Sicherheitskreisen. Ob die Gefährdung für den Angeklagten von dem Vater selbst oder der Familie des Opfers im Ausland ausgehe, sei unklar. Es gebe aber deutliche Anzeichen, dass die Gefährdung für den Angeklagten ansteige.
In den Fall ist auch das Landeskriminalamt eingeschaltet. Der Schutz des gefährdeten Unternehmers wurde größtmöglich hochgefahren. Ein Sprecher der Polizei Waiblingen, die für den Personenschutz zuständig ist, sagte, die polizeilichen Maßnahmen zum Schutz des Angeklagten seien "modifiziert" worden. Der Mann lebt mit seiner Frau und einer Tochter an einem geheimen Ort mit einer anderen Identität. Die Familie hatte bereits damals Morddrohungen erhalten.
Die "Bild"-Zeitung berichtet, ihr liege ein interner Aktenvermerk der Kriminalpolizei vor, der die Vernehmung des Vater eines getöteten Jungen dokumentiere. Darin werde der Mann von einem Polizisten gefragt, was er von Blutrache halte. "Er antwortete, dass wenn er seine Gefühle bisher nicht 'geblockt' hätte, schon lange etwas passiert sei." Auf die Frage der Ermittler, gegen wen sich seine Rache richten würde, habe der Mann "gegen die ganze Familie" geantwortet. Sollte beim Prozess kein entsprechendes Urteil heraus kommen, "werde er auch nicht mehr 'blocken'", zitiert die "Bild"-Zeitung.
Der Mann soll beim Prozess gegen Jörg K., den Vater des Amokläufers, bereits mehrfach aufgefallen sein. "Einmal versuchte er anscheinend auszuspähen, mit welchem Fahrzeug der Angeklagte vom Gerichtsgelände gebracht wird", heißt es in der "Bild". Auch habe er versucht, in einen gesperrten Teil des Sicherheitsbereichs vorzudringen. Zudem habe das Gericht einen anonymen Warnhinweis auf den Nebenkläger bekommen.
Der Sportschütze Jörg K. muss sich seit Mitte September vor dem Landgericht Stuttgart verantworten, weil er eine seiner Pistolen unverschlossen aufbewahrt hatte. Sein Sohn erschoss damit am 11. März vergangenen Jahres 15 Menschen und sich selbst.
Die Morddrohungen könnten den Prozess gefährden. Der Prozess ist seit Dienstag unterbrochen, weil der Angeklagte krankgeschrieben ist. Es gibt ein ärztliches Attest, das dem Angeklagten eine psychische Erkrankung infolge der Bedrohungslage bescheinigt. In einem weiteren Attest ist von Beschwerden wegen einer bereits länger andauernden Herzerkrankung die Rede. Nach der Strafprozessordnung darf eine Hauptverhandlung nur bis zu drei Wochen unterbrochen werden. Ob am kommenden Dienstag verhandelt wird, konnte Verteidiger Hubert Gorka nicht sagen.
Quelle: t-online.de , dpa
unbeteilgt schrieb:
am 21. Oktober 2010 um 19:16:49
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Amoklauf
Ich gebe zu, auch im ersten Moment Rache nehmen zu wollen. Aber es ist
besser zum Wohle aller Angehörigen davon Abstand zu nehmen.
Tote werden
dadurch nicht wieder lebendig und die Racheaktion bringt den Angehörigen
weiteres Leid. Gefängnis kann nicht die Lösung sein.
sorry -> waren so meine Gedanken dazu.
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unglaublich schrieb:
am 21. Oktober 2010 um 18:58:46
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Cui bono
Aha "Die Mordrohungen könnten den Prozess gefärden."
Wem nützt das Gerede von der angeblichen Blutrache?
Wer profitiert davon,
wenn der Prozess eingestellt wird?
Wer will sich seiner Verantwortung per Krankschreibung entziehen?
Immer nur einer, der Mann ohne dessen Leichtsinn Winnenden nicht möglich gewesen wäre. Das Ganze ist einfach eine gelungene PR Aktion seiner Verteidiger. Blutrache klingt auch so schön orientalisch da kann man wunderbar auf die Sarrazin Debatte aufspringen.
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Frank schrieb:
am 21. Oktober 2010 um 18:22:08
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Blutrache
Blutrache ist primitiv und unwürdig. Denkende Menschen regeln die Dinge anders.
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