Zwei Monate nach dem Amoklauf von Winnenden sind angebliche Internet-Eintragungen des Täters Tim K. mit Gewaltfantasien bekanntgeworden. Der "Stern" berichtet, der 17-Jährige sei bei der Internetplattform Kwick.de unter dem Pseudonym "JawsPredator1" angemeldet gewesen. Er habe drei Tage vor dem Amoklauf sein Profil gelöscht.
Das Magazin zitiert den Pressesprecher des Portals, Kai Hummel, wonach die Eintragungen auf Kwick.de "definitiv von Tim K." stammten. Der Berufsschüler hatte demnach im Forum zum Thema "Noch eine Woche zu leben - was ist wichtig?" mit mehr als tausend Teilnehmern darüber diskutiert, wie er im Falle einer tödlichen Krankheit seine letzten Tage verbringen wolle.
Laut "Stern" schrieb er wörtlich: "Ich würde da garantiert an Scheiße bauen denken. Alle umbringen, die hass und so das würden bestimmt voll viele machen." Oder: "Also ich meine nur man wird noch berühmt und bleibt anderen Menschen im Gedächtnis." Etwas später folgte ein Kommentar: "Das würde bestimmt voll Spaß machen. Den Angehörigen der Opfer würde es weniger Spaß machen." Von "Spaß" hatte Tim K. auch gegenüber seiner Geisel, einem Autofahrer, gesprochen.
Als Vorbild nannte K. dem Bericht zufolge im Forum den amerikanischen Serientäter Ted Bundy, der in den 70er Jahren mindestens 28 Frauen ermordet hatte. Am Tag des Amoklaufs, dem 11. März, hatte der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech bekanntgegeben, dass Tim K. in einem Internet-Chat die Tat angekündigt habe. Kurz darauf hieß es jedoch in dem betreffenden Chatroom, die Medien seien auf eine Fälschung hereingefallen. Die Ermittler stellten daraufhin ein Ersuchen an die US-Behörden, um sichere Informationen über den Server zu erhalten.
Sonderausschuss tagt
Unterdessen hat der Sonderausschuss des baden-württembergischen Landtags zum Amoklauf von Winnenden seine Arbeit aufgenommen. Neben der Gewaltprävention bei Jugendlichen soll es um schärfere Sicherheitsmaßnahmen an Schulen sowie Gewaltdarstellungen in Medien und Killerspiele gehen. Auch der Zugang zu Waffen ist ein Thema.
Waffe gehörte dem Vater
Bei dem Amoklauf hatte Tim K. in seiner ehemaligen Schule, der Albertville-Realschule in Winnenden, und auf seiner Flucht 15 Menschen und sich selbst erschossen. Der Junge hatte für die Tat Waffe und Munition des Vaters benutzt.