
13.09.2011, 14:52 Uhr
Bei Kämpfen mit Gaddafi-Truppen in Tripolis bewachen libysche Rebellen einen Gefangenen (Quelle: Reuters)
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) hat den libyschen Rebellen Unwillen bei der Verfolgung mutmaßlicher Kriegsverbrecher in den eigenen Reihen vorgeworfen. Nach dem Ausbruch des Aufstands gegen den libyschen Diktator Muammar al-Gaddafi im Februar hätten Oppositionskämpfer tatsächliche oder vermutete Anhänger des Gaddafi-Regimes oder ausländische Söldner entführt, willkürlich festgehalten, gefoltert und gemordet, teilte Amnesty International mit.
Möglicherweise seien auch Kriegsverbrechen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen worden. "Es sind weder unabhängige oder glaubwürdige Ermittlungen vom Übergangsrat veranlasst worden, noch Maßnahmen, um die Täter zur Verantwortung zu ziehen", heißt es in dem Bericht.
Die Städte Bani Walid, Sirte, Sebha und das Gebiet Dschufra sind die verbliebenen Gaddafi-Hochburgen (Quelle: t-online.de)Auch unter der neuen Führung gebe es weiterhin Misshandlungen, erklärte der Direktor des EU-Büros von Amnesty International, Nicolas Berger. "Wir haben mit Wachen gesprochen, die zugegeben haben, Gewalt anzuwenden", sagte Berger, unter anderem um an Geständnisse zu kommen.
In dem Bericht ist auch eine lange Liste mutmaßlicher Verbrechen durch Gaddafi-Anhänger enthalten. Sie hätten unter anderem Dutzende unbewaffnete Demonstranten getötet und verletzt, Kritiker verschwinden lassen, illegale Streubomben verwendet und Gefangene ohne Verfahren exekutiert, berichtet Amnesty International.
Libyer schwarzafrikanischer Herkunft sowie aus den Regionen Tawargha und Sabha oder den Gaddafi-Hochburgen Sirte und Bani Walid seien weiterhin besonders durch Racheakte gefährdet, warnte AI in dem mehr als 100 Seiten langen Bericht, der auf einer dreimonatigen Untersuchung in Libyen beruht.
Der Nationale Übergangsrat habe nicht genug gegen Gerüchte unternommen, wonach Gaddafi Afrikaner aus Sub-Sahara-Staaten als Söldner angeworben habe. Nach Schätzung der Organisation sind die meisten der in Gefangenenlagern in Tripolis und Al-Sawija festgehaltenen Ausländer keine Söldner, sondern Wanderarbeiter.
In den Tagen des Aufstands hätten funktionierende Institutionen gefehlt. Das Vakuum hätten die Anti-Gaddafi-Kämpfer ausgefüllt, die ohne Training und Erfahrung sowie ohne Aufsicht oder Verantwortlichkeiten vorgingen. Rebellenführer hätten Amnesty gegenüber die Verbrechen zwar verurteilt, aber auch kleingeredet und angesichts der Verbrechen der Gaddafi-Truppen teils als "verständlich" bezeichnet.
Ohne ein funktionierendes Justizsystem und ohne interessierte Zivilgesellschaft oder Medien hätten Opfer keine Chance auf Gehör. Nach fast sieben Monaten des Konflikts stehe der Übergangsrat heute großen Herausforderungen gegenüber.
"Die neuen Autoritäten müssen mit den Missständen der vergangenen vier Jahrzehnte vollständig Schluss machen und neue Standards setzen, mit den Menschenrechten im Mittelpunkt", sagte Claudio Cordone von AI. Die Verantwortlichen für Grausamkeiten unter dem Gaddafi-Regime müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Es müssten aber für Verbrecher auf beiden Seiten die gleichen, internationalen Standards gelten, sonst drohe ein Teufelskreis aus Gewalt und Vergeltung.
Quelle: dpa , dapd
der täufer schrieb:
am 13. September 2011 um 20:27:19
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@o2
ein weinstock, der außerhalb des vaters gepflanzt wird, wächst nicht auf festem grund. er wird daher mit seinen wurzeln ausgerissen und
zugrunde gehen. kein prophet ist in seinem dorf willkommen, und ken artz heilt diejenigen, die ihn kennen.
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Beobachter schrieb:
am 13. September 2011 um 20:16:39
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(2)
Den Haag
Wo bleiben die Anklageschriften aus Den Haag wegen der von den Rebellen begangenen Verbrechen? Ich ahne schon, es läuft wie beim
Balkankrieg und im Kosovo. Die offizielle Darstellung wird so aussehen, daß Verbrechen nur der Verlierer des Krieges begangen hat. Die UNO müßte doch sofort einschreiten, wenn solche Verbrechen bekannt werden. Schließlich werden diese Morde unter dem "Schutzschild" der UNO verübt. Wenn nichts passiert, ist die UNO eindeutig mitschuldig, ebenso Cameron, Sarkozy&
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der pontifex dei schrieb:
am 13. September 2011 um 19:54:23
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(11)
auch wenn himmel und erde
untergehen - wer aus dem lebendigen lebt, der empindet weder tod noch furcht . denn wer sich selbst findet, der ist über die welt hinaus.
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