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Amerikas zwielichtige Schattenarmee

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Amerikas zwielichtige Schattenarmee

01.01.2010, 16:06 Uhr | Antje Passenheim, dpa

Blackwater-Söldner im Irak (Foto: Archiv AP) Blackwater-Söldner im Irak (Foto: Archiv AP)Die CIA hat zwar den Bomben-Vertrag zur Bestückung von Drohnen mit der Söldnerfirma Blackwater beendet - doch die Geschichte birgt noch immer genügend Sprengstoff für die Regierung von Friedensnobelpreisträger Barack Obama. Über Jahre haben US-Soldaten am Hindukusch ihren Krieg gegen den Terror mit Hilfe einer Schattenarmee geführt. Nach entsprechenden Berichten des renommierten Enthüllungsjournalisten James Scahill wird dabei gegen zahlreiche Regeln verstoßen - die Spuren werden geschickt verwischt.

Den ersten Alarm schlug die "New York Times". Sie hatte im August ans Licht gebracht, dass Mitarbeiter von Blackwater im Auftrag der CIA ferngesteuerte Drohnen mit Hellfire-Raketen und lasergestützten Bomben bestückt haben. Wie Scahill kürzlich in der US-Wochenzeitung "The Nation" aufdeckte, ist die umstrittene Sicherheitsfirma aus North Carolina bereits seit 2007 unter einem anderen Namen - Xe Services - an CIA-Operationen in Afghanistan und Pakistan beteiligt.

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Söldner als Spione

Der pakistanische Innenminister Rehman Malik hatte daraufhin angedroht zurückzutreten, sollten sich die Enthüllungen bewahrheiten. Das nämlich würde bedeuten, dass die USA unter dem Deckmantel ihrer Schattenarmee in großem Umfang militärisch aktiv in Afghanistans Nachbarland wären. Scahill zufolge waren die Söldner in Pakistan an CIA-Operationen gegen Taliban und Al-Kaida-Mitglieder beteiligt. "Wie mir gesagt wurde, arbeiten sie dort im Grunde wie eine Spionage-Zelle, die Angriffe plant und Informationen sammelt", sagte Scahill dem nicht-kommerziellen Radiosender "Democracy Now" unter Berufung auf drei Informanten von US-Militär- und Blackwater.




Keine Rücksicht auf Zivilisten?

Bei solchen gemeinsamen Aktionen sollen CIA und Blackwater mit Blick auf zivile Opfer nicht zimperlich gewesen sein, erklärte der preisgekrönte US-Journalist. Ein Informant habe ihm gesagt: "Wenn da einer ist, den wir jagen und 34 andere im selben Gebäude sind, sterben 35 Menschen an diesem Tag."

Enthüllungen belasten Obama

Scahills Enthüllungen belasten indirekt auch den Oberkommandierenden der US-Armee, Präsident Obama. Denn der Mann, der die Zusammenarbeit zwischen Blackwater, CIA und US-Armee bis 2008 koordiniert haben soll, ist kein anderer als Obamas General in Afghanistan, Stanley McChrystal. Er leitete von 2003 an für fünf Jahre den geheimsten Zweig des amerikanischen Militärs: das "Joint Special Operations Command", sozusagen die militärische Parallelabteilung zu den US-Geheimdiensten.

Blutbad in Bagdad

McChrystal soll billigend in Kauf nehmen, weiter mit der Sicherheitsfirma zusammenzuarbeiten, die wegen ihrer blutigen Vergehen von der Regierung in Bagdad des Landes verwiesen wurde. Es war die Konsequenz eines Blutbades, das ihre Mitarbeiter im September 2007 in Bagdad angerichtet hatten. Sie erschossen dort wahllos 17 Zivilisten nach einem unbestätigten Angriff auf ihren Konvoi.

Vorwürfe: Kinderprostitution, Vergewaltigung, Waffenhandel

Auf das Kerbholz der Söldnertruppe soll nach kritischen US-Medien noch mehr gehen. Ehemalige Geheimdienst-Mitarbeiter haben vor dem Geheimdienstausschuss des Senats ausgesagt, dass Blackwater-Leute auch an Folter-Verhören in CIA-Geheimgefängnissen beteiligt waren. Außerdem werden die Söldner mit zahlreichen anderen schmutzigen Geschäften in Verbindung gebracht: dazu gehören Kinderprostitution, Vergewaltigung und Waffenhandel im Irak.

Eine der größten Privatarmeen der Welt

Die Sicherheitsfirma, die ursprünglich angeheuert wurde, um US-Soldaten in den Konflikten im Irak und am Hindukusch zu schützen, ist eine der größten der Welt. Die 40.000 Mann starke Privatarmee soll über so viele Panzer, Flugzeuge und Munition verfügen, dass sie allein in einen Krieg ziehen könnte.

Millionenerbe aus Michigan

Gründer von Blackwater Worldwide und ihrer Nachfolgefirma Xe Services ist der frühere Marinesoldat Erik Prince. Der Millionenerbe aus Michigan war in den 90er Jahren auf den boomenden Zweig der Sicherheitsfirmen aufgesprungen. Im Oktober schrieb das US-Magazin "Vanity Fair" über Prince, inzwischen sei die CIA auf ihn angewiesen, um sensible Operationen auszuführen.

Blackwater bewacht US-Militäranlagen

Die Kündigung des Vertrags für die Drohnenbasen am Hindukusch bedeutet für Blackwater nicht das Ende der Beziehungen zu Obamas Armee: Tausende Männer der Söldner-Truppe bewachen nach wie vor US-Militäranlagen und Diplomaten in Afghanistan und Pakistan.



Antje Passenheim, dpa  

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