
10.10.2011, 08:14 Uhr | han
Seit wenigen Tagen ist Amanda Knox zurück in den USA, als freie Frau. Das weltweite Interesse an ihrer Geschichte ist gewaltig. Wie wurde aus der Studentin Amanda Knox die Angeklagte Amanda Knox? Die 24-Jährige hat nun an einer Dokumentation des US-Senders CBS mitgewirkt. Darin wirft die Studentin einem hochrangigen italienischen Gefängnismitarbeiter sexuelle Belästigung vor.
Der Mann habe sie während ihrer Haftzeit nachts in sein Büro beordert und mit ihr über Sex sprechen wollen, schrieb sie dem US-Fernsehsender CBS in einem Brief, der Teil der Dokumentation ist. "Er war völlig fixiert auf das Thema Sex, wollte wissen, mit wem ich geschlafen habe und wie; und ob ich Sex mit ihm haben möchte." Als ihr klar geworden sei, dass er mit ihr über Sex reden wolle, habe sie versucht das Thema zu wechseln, schrieb Knox.
Sie habe den Eindruck gehabt, das wahre Motiv des Mannes sei gewesen, sie zu erniedrigen. Er habe sie provozieren wollen, Dinge zu sagen, die die Sicht der Staatsanwaltschaft stützten: dass sie eine sexuell gestörte Mörderin sei. "Mir wurde klar, dass er mich testen wollte um festzustellen, wie ich reagierte. Er wollte irgendeine Reaktion provozieren. Ich habe die Ernsthaftigkeit der Situation zunächst nicht begriffen", heißt es in dem Schreiben.
"Der Alptraum ist zu Ende"
Der Italien-Korrespondent des Senders CBS, Peter Van Sant, produzierte die Dokumentation. Sie wird im Rahmen des Programms "48 Hours Mystery" an diesem Samstagabend ausgestrahlt. "Wir haben erfahren, dass Amanda während der Zeit im Gefängnis sexuell belästigt wurde", sagte er als Gast in einer anderen Sendung des Senders. "Der Mitarbeiter rief sie zu sich in sein Büro und sagte einige unangemessene Dinge zu ihr, die sie sehr ängstigten."
Im Sexmord-Prozess beteuert die 24-jährige US-Studentin ihre Unschuld. zum Video
In der Dokumentation kommt auch Knox' Vater Curt zu Wort. "Es war ein Alptraum. Und jetzt sind wir aufgewacht und stellen fest - der Alptraum ist zu Ende." Er habe seine Tochter für eine Weile verloren. "Aber das wird nie wieder passieren." Auf die Frage, ob er daran geglaubt habe, dass seine Tochter entlassen werde, sagte er CBS: "Ich kneife mich immer noch selbst." Amanda sei wie neu geboren.
Nach Angaben des Vaters will die 24-Jährige nun zunächst ihren Abschluss an der Universität nachholen. Die Zukunft seiner Tochter sieht Curt Knox als Anwältin von Justizopfern. Derzeit habe sie allerdings kaum einen normalen Alltag - die Aufmerksamkeit sei zu groß, das Haus werde von Fotografen belagert.
Knox und ihr italienischer Ex-Freund Raffaele Sollecito waren zu Wochenbeginn aus der Haft entlassen worden, nachdem sie im Berufungsprozess in der italienischen Stadt Perugia von dem Verdacht freigesprochen worden waren, für den gewaltsamen Tod der britischen Austauschstudentin Meredith Kercher im November 2007 verantwortlich zu sein.
Zweifel an den DNA-Tests
Das Gericht erster Instanz hatte es im Jahr 2009 als erwiesen angesehen, dass Knox und Sollecito die Britin unter Einfluss von Drogen und Alkohol getötet hatten, während ein ebenfalls berauschter Bekannter die Arme des Opfers festhielt. Dieser war nach einem Teilgeständnis zu 16 Jahren Haft verurteilt worden. Knox war zu 26 Jahren Haft verurteilt worden.
Im Berufungsverfahren äußerten unabhängige Experten jedoch ernsthafte Zweifel an den DNA-Tests, die zur Verurteilung von Knox und Sollecito geführt hatten. Die beiden Angeklagten beteuerten stets ihre Unschuld.
Kercher war im November 2007 mit durchschnittener Kehle und von Messerstichen übersät in ihrer und Knox' gemeinsamer Wohnung in Perugia gefunden worden. Nach Auffassung der ersten Instanz hatten Knox und Sollecito sie bei Sexspielen getötet.
Staatsanwalt Giuliano Mignini kündigte nach der Freilassung an, der Fall werde in die dritte Instanz vor dem Kassationsgericht gehen. Dies könnte frühestens in 90 Tagen der Fall sein. Ob Knox dann nach Italien zurückkehrt, ist ungewiss, es gibt kein Auslieferungsabkommen mit den USA.
Quelle: Spiegel Online
Herbert schrieb:
am 8. Oktober 2011 um 19:03:02
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Freispruch
Da gibt es noch mehr Sexverdächtige,die einen Freispruch haben.
Auch in Deutschland. Freispruch aus Mangel an Beweise.
Das sagt
uns aber,daß wir NICHT weiter verdächtigen sollen.
Wir nehmen das so hin und denken was wir wollen.Aber nicht laut.
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Ottifant schrieb:
am 8. Oktober 2011 um 18:26:01
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Knox
Vermutlich eine weitere Lüge dieser Frau.
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andreas schrieb:
am 8. Oktober 2011 um 18:06:36
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Amanda
Sie hat einen Freispruch zweiter Klasse bekommen - nicht mehr und nicht weniger. Zurückhaltung wäre wohl angebracht. Denn gegen
diese (angebliche?) sexuelle Belästigung hätte sie auch schon während ihrer Haft juristisch vorgehen können. Immerhin hatte sie einen Anwalt.
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