Ministerpräsident Althaus wird sich die nächsten Wochen zu Hause erholen (Foto: AP)
Zweieinhalb Monate nach seinem Skiunfall in Österreich ist Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus wieder in seinem Heimatort Heiligenstadt eingetroffen. In seinem Privathaus will sich der CDU-Politiker, der nach einer langen Reha-Kur in Allensbach am Bodensee noch krankgeschrieben ist, in den kommenden Wochen von den Folgen seiner Kopfverletzung erholen.
Die ambulante Nachbehandlung werde noch "über Ostern gehen", sagte Althaus. Danach wolle er die politischen Geschäfte in Thüringen wieder aufnehmen. Es sei ihm bewusst, dass für die Landtagswahl am 30. August seine ganze Kraft gefordert sei, sagte Althaus bei seiner Abreise in Allensbach. Unterdessen stoßen die öffentlichen Auftritte und Interviews von Althaus bei der Opposition in Thüringen auf Kritik.
"Ich freue mich sehr, wieder zu Hause zu sein", sagte der Regierungschef bei seiner Ankunft in seinem Heimatort Heiligenstadt. In den nächsten zwei bis drei Wochen plane er, noch keine öffentlichen Auftritte wahrzunehmen, sagte der 50-Jährige. Am Morgen war er aus den Kliniken Schmieder in Allensbach am Bodensee entlassen worden, wo er nach seinem schweren Skiunfall am Neujahrstag seit dem 16. Januar in Rehabilitation gewesen war. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Unfall sagte der thüringische Landesvater in Allensbach, er sei sehr froh über seinen Genesungsfortschritt.
Keine Erinnerung an Unfall
Der schwere Skiunfall, bei dem eine Frau ums Leben kam, und die Zeit danach hätten ihn geprägt. Er habe "sehr darüber nachgedacht" und habe auch die Verantwortung übernommen, sagte der CDU-Politiker. Das Ereignis, an das er keine Erinnerung habe, werde ihn noch weiter begleiten.
Zuspruch habe ihm Genesung erleichtert
Nach der ambulanten Rehabilitation werde er auch in den Wahlkampf für die Landtagswahl am 30. August einsteigen. In den vergangenen, für ihn sehr schwierigen Wochen habe er sehr viel Zuspruch erhalten, betonte Althaus in Heiligenstadt. Das habe ihm die Genesung erleichtert.
Althaus' behandelnder Arzt hatte am Dienstag angekündigt, dass der Ministerpräsident noch in dieser Woche mit der ambulanten Reha beginnen werde, die wohl noch bis in den Frühsommer dauern werde. Althaus' Analysefähigkeit sei "klar und präzise" und er könne wieder anspruchsvolle Tätigkeiten ausführen, aber seine Belastbarkeitsdauer sei noch nicht ausreichend, um in den kommenden Wochen wieder voll politisch tätig sein zu können.
"Die ein oder andere Unstimmigkeit" beheben
Am Wochenende war Althaus in Abwesenheit zum Spitzenkandidaten der thüringischen CDU für die Landtagswahl am 30. August gewählt worden. Ein zu Wochenbeginn veröffentlichtes Interview der "Bild"-Zeitung hatten Oppositionspolitiker als Inszenierung kritisiert. Zu Kritik an dem Interview bei gleichzeitigem Fernbleiben vom Parteitag sagte Althaus, er habe ausreichend mit seinen Parteikollegen kommuniziert und werde das auch weiter tun. "Ich freue mich jetzt, wieder in Thüringen zu sein." In nächster Zeit könne man sicher wieder "die ein oder andere Unstimmigkeit" beheben, sagte er.
Kritik an Althaus-Interview
Der Spitzenkandidat der SPD, Christoph Matschie, kritisierte im NDR Althaus' Verhalten: "Entweder ist er wieder gesund, gibt Interviews, äußert sich politisch, dann muss er jetzt auch die gesamte Verantwortung wieder in die Hand nehmen, oder er ist noch krank, dann sollte er sich aber auch zurückhalten." Er sehe die "Selbstinszenierung" mit Sorge. Der Spitzenkandidat der Linken, Bodo Ramelow sagte im NDR, man habe das Gefühl "in einer Operetten-Republik" gelandet zu sein. In der momentanen Krisensituation dürfe es keine unüberschaubaren Strukturen geben, kritisierte Ramelow. "Teilzeit-Ministerpräsident - das geht nicht. Wenn, dann muss Dieter Althaus die Verantwortung wieder ganz übernehmen."