Dieter Althaus kandidiert trotz Kopfverletzung und Schuldspruch bei der Landtagswahl (Foto: ddp)
Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus tritt nach seinem Skiunfall als Spitzenkandidat der CDU zur Landtagswahl im August an. "Ich bin bereit, für weitere fünf Jahre Verantwortung als Ministerpräsident zu übernehmen", heißt es in einer Erklärung von Althaus vom Donnerstag.
"Ich kandidiere am 14. März für Platz eins der Landesliste meiner Partei, der CDU Thüringen." Damit sind nach Spekulationen über seinen Gesundheitszustand und die Folgen seiner Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung in Österreich die Würfel für seine Rückkehr in die Politik gefallen.
Seine Entscheidung habe er nach Gesprächen mit seiner Familie, vielen Freunden und ausführlicher Beratung mit seinen Ärzten nach Abschluss des strafrechtlichen Verfahrens getroffen, erklärte der Regierungschef. Solidarität und Anteilnahme hätten ihm in den letzten Wochen sehr gut getan und ihn bestärkt. Bei der Landtagswahl geht es für die Thüringer CDU um die Verteidigung ihrer knappen absoluten Mehrheit. Althaus erholt sich noch immer an den Folgen des Skiunfalls, bei dem eine Frau tödlich verletzt wurde und er schwere Kopfverletzungen erlitt. Er hält sich in einer Reha-Klinik am Bodensee auf.
"Bemerkenswerter Zusammenhalt"
Auch Althaus' Unterschrift unter einer Erklärung, für die Landesliste auch in Abwesenheit zu kandidieren, liegt seit Donnerstag vor, sagte CDU-Landesgeschäftsführer Andreas Minschke. Die CDU hatte nie einen Zweifel daran gelassen, dass Althaus, der seit 2003 Ministerpräsident ist, erneut antritt. Der Landesgeschäftsführer geht nach eigenen Angaben nicht davon aus, dass Althaus bei der Kandidatenkür in gut einer Woche selbst dabei sein kann. "Er ist noch krank", sagte Minschke. Die CDU-Basis steht laut Minschke hinter Althaus, der im vergangenen November mit 100 Prozent der Stimmen als Parteichef bestätigt worden war. "Der Zusammenhalt ist bemerkenswert."
Seine Stellvertreterin in Landesregierung und Partei, Birgit Diezel, wird sich erstmals seit dem Skiunfall vom Neujahrstag mit Althaus in der kommenden Woche treffen. Ein genauer Termin stehe jedoch noch nicht fest, sagte Regierungssprecher Fried Dahmen. Bei dem Treffen, für das Diezel den 50-Jährigen in der Reha-Klinik am Bodensee besucht, geht es auch um die Vorbereitung der Landtagswahl am 30. August. Seit dieser Woche stehe Althaus mit Diezel, anderen Kabinettsmitgliedern und der Staatskanzlei wieder telefonisch in Verbindung, sagte Regierungssprecher Dahmen. "Die Kontakte werden enger." Die Ärzte hatten Geduld und Ruhe für Althaus gefordert, um seine Genesung nicht zu beeinträchtigen.
Höherer Schadensersatz angekündigt
Althaus' Anwalt Erich Bähr kündigte an, dass die Einigung über einen Schadensausgleich mit der Familie der getöteten Frau unbürokratisch und zügig erfolgen soll. Die 41-Jährige Beata C. war Mutter eines einjährigen Kindes. Der Ministerpräsident habe zugesagt, für das hinterbliebene Kind mehr zu tun, als es seine gesetzliche Pflicht sei, sagte der Anwalt MDR 1 Radio Thüringen. Eine konkrete Summe für den Schadensausgleich nannte er nicht.