Erhielten den Alternativen Nobelpreis: René Ngongo und David Suzuki (Fotos: dpa)
Die Alternativen Nobelpreise wurden in diesem Jahr für Leistungen beim Klimaschutz vergeben, bei der Bekämpfung von armutsbedingter Krankheit sowie für Bemühungen um eine atomwaffenfreie Welt. Den Ehrenpreis erhielt der kanadische Zoologe und TV-Moderator David Suzuki, der mehr als 20 Jahre über die Gefahren des Klimawandels aufklärte.
Der 73-jährige Suzuki leitet das in Kanada populäre Wissenschaftsmagazin "The Nature of Things". Die Stockholmer Stiftung "Right Livelihood Award" ("Preis für richtige Lebensführung") hob seinen Einsatz "für die soziale Verantwortung der Wissenschaft" hervor.
Einsatz für den Regenwald
Ausgezeichnet wurde dieses Mal der Biologe René Ngongo für seinen Einsatz zur Bewahrung des Regenwaldes im Kongo. Stiftungs-Direktor Ole von Uexküll sagte über die Vergabe: "Dies ist ein Mann, der unter unglaublicher Gefahr für sein Leben für den zweitwichtigsten Regenwald der Welt kämpft." Ngongo habe auch in den schlimmsten Kriegswirren in seinem Land genau dokumentiert, wer für Zerstörungen verantwortlich sei.
Neue Operationstechniken
Einen weiteren Preis erhielt die in Australien geborene Ärztin Catherine Hamlin. Die 85-jährige Gynäkologin hat in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba seit 50 Jahren an Geburtsfisteln leidende Frauen behandelt und dafür neue Operationstechniken entwickelt. Damit habe Hamlin "die Gesundheit, Hoffnung und Würde von Tausenden ärmster afrikanischer Frauen wiederhergestellt", hieß es in der Begründung. Geburtsfisteln entstehen bei sehr langen Wehen und führen zu Inkontinenz und damit zu gesellschaftlicher Ausgrenzung.
Kampagnen zur nuklearen Abrüstung
Der neuseeländische Pädagoge Alyn Ware wurde für seinen Einsatz für eine atomwaffenfreie Welt ausgezeichnet. Ware hat über 25 Jahre in seiner Heimat und im Rahmen der Vereinten Nationen Erziehungsprogramme und Kampagnen zur nuklearen Abrüstung entwickelt. "Wir hoffen, dass sich auf diesem Gebiet mit der Politik von US-Präsident Barack Obama neue Fenster öffnen", meinte Uexküll. Insgesamt seien die Preise ein "Weckruf, unsere gemeinsame Zukunft zu sichern".
Im Jahr 2008 Deutsche ausgezeichnet
Im vergangenen Jahr war einer der Preise an die Münchner Gynäkologin Monika Hauser vergeben worden, die sich für Frauen als Opfer sexueller Gewalt in Kriegen einsetzt.
Kritik am traditionellen Nobelpreis
Die Alternativen Nobelpreise gehen auf eine Stiftung des deutsch-schwedischen Publizisten und Philantroph Jakob von Uexküll im Jahr 1980 zurück. Sie verstehen sich auch als Kritik an den traditionellen Nobelpreisen, die ganz überwiegend an Preisträger aus der reichen westlichen Welt gehen. Die Alternativen Nobelpreise sind mit je 50.000 Euro dotiert.