13.03.2007, 10:28 Uhr
Die jüngsten Berichte über massiven Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen haben die Politik auf den Plan gerufen: Die Drogenbeauftragte der Union, Maria Eichhorn, und der drogenpolitische Sprecher der Grünen, Harald Terpe, sprachen sich für ein Alkoholverbot für alle unter 18 Jahren aus. Die FDP hält davon nichts.
Alkoholverbot für Jugendliche
Deutschland
Rund um den Alkohol
Appell: Jugendschutzgesetz einhalten
"Grundsätzlich sollte jede Möglichkeit genutzt werden, die hilft, Jugendliche vor einer Alkoholabhängigkeit zu bewahren", sagte die CSU-Politikerin Eichhorn der "Berliner Zeitung". Wichtig sei zudem, das geltende Jugendschutzgesetz einzuhalten. Dieses verbietet den Verkauf hochprozentiger Alkoholika an Minderjährige.
Alkoholtest für Frauen
Alkoholtest für Männer
"Beunruhigende Entwicklung"
Doch das reicht offensichtlich nicht aus: "Das Koma-Saufen ist eine beunruhigende Entwicklung", sagte der Grünen-Politiker Terpe. Seiner Ansicht ist es nur ein erster Schritt, hochprozentige Getränke nicht an Minderjährige herauszugeben. "Wenn man den Jugendschutz ernst nimmt, muss man die Abgabe von Alkohol an unter 18-Jährige unterbinden", betonte Terpe. Das heißt: Auch Bier und Wein sollen für Jugendliche tabu sein.
Studie in Österreich
Kampftrinker der Zukunft
FDP gegen "Repression"
Der drogenpolitische Sprecher der FDP, Detlev Pfarr, hält nichts von einem generellen Alkoholverbot für alle unter 18 Jahren. "Ich habe den Eindruck, Politiker beruhigen ihr Gewissen mit spontanen Aktionen", kritisierte der Liberale. Pfarr selbst ist überzeugt: "Über Repression ist wenig zu erreichen."
Schulen und Gastwirte gefragt
Die jungen Leute müssten selbst lernen, verantwortungsbewusst mit Alkohol umzugehen, erklärte der drogenpolitische Sprecher der FDP. Dafür sei auch mehr Aufklärung an den Schulen nötig. Zugleich appellierte Pfarr an Wirte, auf so genannte Flatrate-Partys zu verzichten. Dabei können die Feiernden für einen Pauschalbetrag so viel trinken, wie sie wollen.
Quelle: AFP , t-online.de
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