Albino-Frauen in Burundi. Viele Albinos in Afrika leben in Furcht. (Quelle: dpa)Ein neunjähriges Albino-Mädchen ist in Tansania grausam ermordet worden. Fünf Männer seien festgenommen worden, die verdächtigt werden, das Mädchen erst getötet und dann seine Beine abgehackt zu haben, berichtete der britische Rundfunksender BBC am Dienstag.
Damit wurden in dem ostafrikanischen Land innerhalb eines Jahres etwa 30 Menschen getötet, die an der seltenen Pigmentstörung leiden. Im benachbarten Burundi kam es zu drei ähnlichen Mordfällen.
Den Albinos, denen die Farbpigmente in Haut, Haar und Augen fehlen, werden in einem weit verbreiteten Aberglauben Zauberkräfte zugeschrieben. Hexenmeister verwenden in Ritualen ihre Körperteile, da sie sich dadurch Reichtum und Glück erhoffen.
Präsident nennt Aberglauben dumm
Noch wenige Stunden vor dem Mädchenmord an dem Mädchen hatte Präsident Jakaya Kikwete zu einem Ende der Morde an Albinos aufgerufen. "Es ist schlichtweg dumm zu denken, dass Albinos Zauberkräfte haben und ihre Körperteile Reichtum verleihen." Der Bevölkerung müsse beigebracht werden, dass Reichtum nur durch harte Arbeit und nicht durch den Verkauf von Albino-Körperteilen an Hexenmeister zu erlangen sei, sagte Kikwete.
Brutaler Angriff wenige Tage zuvor
Erst am Samstag hatten Angreifer im Westen des Landes einer 28-jährigen Frau eine Hand abgehackt. Die Frau wurde ins Krankenhaus eingeliefert und überlebte den Angriff.
Opfer meist Frauen und Kinder
In Afrika leben Albinos und ihre Familien oft am Rand der Gesellschaft, da die Geburt eines an Albinismus leidenden Kindes als "schlechtes Omen" gilt. Bei den Übergriffen in Tansania waren die Opfer meist Frauen und Kinder.