27.04.2011, 08:52 Uhr
Der Chefplaner des Terrornetzwerks Al-Kaida, Khalid Sheikh Mohammed (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Mitglieder des Terrornetzwerks Al-Kaida haben nach den Anschlägen vom 11. September 2001 weitere Angriffe auf die USA geplant. Dabei habe ein kleiner Kreis von Al-Kaida-Mitgliedern um den Chefplaner des Terrornetzwerks, Khalid Sheikh Mohammed, auch den Einsatz von Massenvernichtungswaffen erörtert. Das berichtete die Zeitung "New York Times" unter Berufung auf US-Geheimunterlagen zu Guantanamo, die die Enthüllungsplattform Wikileaks mehreren Medien zugänglich gemacht hatte.
Ein inzwischen in Guantanamo einsitzender Terrorverdächtiger, Saifullah Paratscha, soll angeboten haben, dabei zu helfen, Plastiksprengstoff in die USA zu schmuggeln. Der Sprengstoff sollte demnach in Kleidercontainern versteckt werden. Ein weiteres in Guantanamo inhaftiertes mutmaßliches Al-Kaida-Mitglied sagte den Ermittlern laut "NYT", Paratscha habe Al-Kaida helfen wollen, etwas "Großes gegen die USA" zu unternehmen.
Paratscha soll auch überlegt haben, biologische oder nukleare Waffen zu besorgen. Er habe aber befürchtet, die Hafenbehörden könnten Nuklearwaffen mit Detektoren aufspüren, zitiert die "NYT" aus einem US-Dokument. Paratscha soll sich nach eigenen Angaben mit dem als "Vater der pakistanischen Atombombe" bekannten Nuklearforscher Abdul Qadeer Khan getroffen und Aufzeichnungen zu den Auswirkungen von Chemiewaffen auf Menschen bei sich geführt haben.
Der 63 Jahre alte Paratscha ist einer von insgesamt noch 172 Guantanamo-Häftlingen. Sein Anwalt David Remes sagte der "NYT", die Annahme, Paratscha habe jemals eine Gefahr für die USA dargestellt oder tue dies noch heute, sei "grotesk". Sein Mandant habe Herzprobleme und eine schwere Diabetes und habe sich den US-Behörden gegenüber stets kooperativ gezeigt.
Weitere Pläne der Al-Kaida-Mitglieder sahen laut "NYT" unter anderem Angriffe mit gekaperten Flugzeugen auf die US-Westküste vor. Geplant war demnach auch, in einer Wohnung einen Gashahn aufzudrehen und die Wohnung in die Luft zu jagen oder Sprengsätze in Tankstellen zu zünden. Überlegt wurde demnach auch, die Kabel durchzutrennen, die die New Yorker Brooklyn Bridge halten.
Der mutmaßliche Chefplaner der Terroranschläge vom 11. September 2001, Khalid Sheikh Mohammed, hat nach Angaben von Wikileaks zudem für den Fall einer Gefangennahme von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden die Zündung einer Atombombe angedroht.
Die in Europa versteckte Atombombe werde "einen atomaren Höllensturm" verursachen, drohte Khalid Sheikh Mohammed, die Nummer drei des Terrornetzwerkes, laut Wikileaks vorliegenden Geheimunterlagen des US-Verteidigungsministeriums, aus denen die britische Zeitung "Daily Telegraph" zitierte. Sheikh Mohammed ist seit 2006 im US-Gefangenenlager Guantanamo inhaftiert. Ihm soll der Prozess vor einem Militärtribunal gemacht werden.
Quelle: AFP
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