30.07.2011, 12:13 Uhr
Die Piloten hätten Warnungen ignoriert. Nach Ansicht der Opferfamilien widerspricht der Bericht jedoch bisherigen Erkenntnissen.
Gleich mehrere Pilotenfehler haben vor gut zwei Jahren den Absturz der Air-France-Maschine mit 228 Menschen an Bord über dem Atlantik verursacht. Das geht aus dem dritten Untersuchungsbericht der französischen Luftfahrtermittlungsbehörde BEA hervor. Die Fluggesellschaft Air France verteidigte indes die Besatzung des Airbus A330.
Dem jüngsten Bericht vorangegangen war die Auswertung der Daten von Stimmrekorder und Flugschreiber des am 1. Juni 2009 abgestürzten Flugzeuges. Die Geräte waren knapp zwei Jahre später in 3900 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund entdeckt und geborgen worden. Die Rekonstruktion des Fluges AF 447 ergab, dass die Maschine steuerbar war und auch stets auf die Befehle der Piloten reagierte. Dennoch endete der Flug in einer Tragödie.
Die BEA listete in dem Bericht die Pilotenfehler genauer auf, die die Behörde bereits Ende Mai angesprochen hatte. Danach verließ der Flugkapitän kurz vor zwei Uhr nachts das Cockpit, um sich auszuruhen. Dabei habe er keine klaren Anweisungen für seine Abwesenheit gegeben. Schon wenige Minuten später gab es in 11.500 Metern Höhe Probleme mit der Geschwindigkeitsmessung, weil die Sensoren vereist waren. "Wir haben die Geschwindigkeit verloren", sagte der Co-Pilot laut dem Stimmenrekorder um 2.10 Uhr.
Trotzdem setzte keiner der beiden Co-Piloten das übliche Verfahren für solche Fälle in Gang, laut BEA hatten die Männer keine Ausbildung für das Verfahren in hoher Flughöhe. Auch auf den Überziehalarm, der vor einem drohenden Strömungsabriss warnte, reagierten die Piloten demnach nicht, obwohl der Alarm 54 Sekunden lang lief. Die Passagiere dürften in dieser Zeit in höchster Panik in ihren Sitzen gesessen haben, denn der Airbus A330 schwankte um bis zu 40 Grad hin und her. Eine Durchsage machte die Besatzung während des Absturzes, der gut drei Minuten dauerte, nicht.
Die Angehörigen der Opfer hatten bereits vor der Veröffentlichung des dritten Untersuchungsberichts die Interpretation der Flugdaten kritisiert, die zu sehr auf Pilotenfehler ausgerichtet sei. Die Vereinigung der Angehörigen der 28 deutschen Opfer HIOP wies auf die zahlreichen Probleme hin, die es mit den Geschwindigkeitsmessern, den sogenannten Pitot-Sonden, schon seit 2005 gegeben habe. Air France habe diese Schwierigkeiten nicht in seiner Piloten-Ausbildung berücksichtigt, hieß es in einer Mitteilung.
Die BEA empfahl in ihrem Bericht, die Ausbildungsprogramme zu überarbeiten und insbesondere die manuelle Steuerung und einen Strömungsabriss in hoher Flughöhe zu üben. Zu den umstrittenen Pitot-Sonden äußerte sich die Behörde nicht. Air France teilte mit, das Unternehmen habe die insgesamt zehn Empfehlungen der BEA bereits umgesetzt oder werde das so schnell wie möglich tun.
Die Fluggesellschaft verteidigte die Besatzung des Flugs AF447, die ihre Professionalität bewiesen habe: "Nichts rechtfertigt es zum gegenwärtigen Zeitpunkt, die technischen Kompetenzen der Besatzung in Frage zu stellen". Das Unternehmen versuchte indirekt, den Schwarzen Peter an das Alarmsystem und damit an den Flugzeugbauer Airbus weiterzugeben. "Das irreführende und unangebrachte mehrfache An und Aus des Überziehalarms" habe zu den Schwierigkeiten der Besatzung beigetragen, hieß es.
Die französische Justiz ermittelt sowohl gegen Airbus als auch gegen Air France wegen fahrlässiger Tötung. Es sei Sache der Justiz, nicht der BEA, die Verantwortlichen des Unglücks zu finden, sagte Verkehrsministerin Nathalie Kosciusko-Morizet.
Der Airbus A330 war am 1. Juni 2009 auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris abgestürzt. Erst Anfang Mai fand ein Tauchroboter den Flugdatenschreiber und den Stimmenrekorder der Maschine.
Quelle: dpa , AFP
melanie schrieb:
am 29. Juli 2011 um 19:28:30
(0)
(0)
die opfer
eigentlich ist es egal ob pilotenfehler oder technisches versagen, man darf die opfer nicht vergessen, denn all die 228 Leben an
bord von AF447 wollten nicht sterben, nur finde ich sollte man sie respektieren und nicht schlecht machen
mehr
Kommentar melden
Karl Willy schrieb:
am 29. Juli 2011 um 19:25:33
(0)
(0)
Airbuscrash Rio-Paris
Die Franzosen haben andere Einstellung. War im AF- Jumbo. Captain, ca. Mitte 50, gutaussehender Charmeur, kam runter an
die Bar und fühlte sich wohl bei den Hostessen. Nach Landung kam die Crew an uns vorbei. Der Co war maximal 30. Da die Brasiliarinen feurig sein sollen, war der Captain von AF 447 schon beim Start erschöpft und mußte sich danach mal ausruhen. C ´est la vie, aber ich fliege jetzt lieber mit Ryanair.
mehr
Kommentar melden
friedhelm schrieb:
am 29. Juli 2011 um 18:45:59
(0)
(0)
Airbuscrash Rio-Paris
Die Problematik mit den Pitotsonden war seit langem bekannt. LH hat sämtliche Thales sonden ausgetauscht. Wie wichtig
die Sonden sind hat sich bei Birgen Air dramatisch gezeigt. Warum wird das bei Air France ignoriert? Concorde Absturz hat auch AF zu verantworten
da Wartungsfehler -Abstandshalter hat zwischen den Reifen gefehlt!!!! Das Wunder von Torronto zeugt auch nicht von Vertrauen in Air France. (Siehe Mayday Alarm im Cockpit auf You Tube).
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Die Spezialkollektion für jede Kör-
perform: perfekt für Business und Freizeit. zum XXL-Special
Extravagante und schicke Damen-
mode für die neue Saison: jetzt online bestellen. von WENZ
Edle Design-Möbel, die Platz sparen und Stauraum bieten - jetzt günstig!
von FASHION FOR HOME