15.03.2010, 14:36 Uhr
Atomstreit: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad legt nach (Foto: dpa)Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat der Weltgemeinschaft gedroht, sein Land könne in Kürze mit der Produktion hoch angereicherten Urans beginnen. Der Iran werde mit der Anreicherung auf einen Grad von 20 Prozent starten, wenn der Westen nicht aufhöre mit dem Iran "Spielchen zu spielen", sagte Ahmadinedschad. Der Iran sei technisch in der Lage dazu. Die Äußerungen des Präsidenten kamen einen Tag, nachdem der Atomstreit im Mittelpunkt der Internationalen Sicherheitskonferenz in München gestanden hatte.
Zuvor hatte der US-Senator Joe Lieberman dem Iran mit einem Militärschlag gedroht. "Wir müssen uns entscheiden: entweder für harte Wirtschaftssanktionen, damit die Diplomatie funktioniert, oder wir stehen vor militärischem Eingreifen", sagte Lieberman am Samstag in München. Lieberman, ein Demokrat wie auch US-Präsident Barack Obama, ist Vorsitzender des Senatsausschusses für Heimatschutz.
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Der US-Spitzenpolitiker verwies darauf, dass die militärische Führung der USA entsprechende Pläne bereits für den Fall bestätigt habe, dass es nicht zu einer politischen Lösung kommt. "Niemand will, dass das passiert. Aber wenn wir nicht gemeinsam und stark handeln und wenn wir nicht mehr tun, als nur zu reden, dann wird genau das passieren." Zurückhaltend äußerte sich dagegen der Sicherheitsberater von Obama, James Jones. Sollte die Führung in Teheran ihr Atomprogramm nicht offenlegen, drohten schärfere Strafmaßnahmen und Isolation, sagte der einstige US-Spitzengeneral.
Den Auftritt des iranischen Außenministers Manuchehr Mottaki bei der Sicherheitskonferenz kritisierte Lieberman scharf. "Seine Äußerungen hier waren lachhaft und zweifellos intellektuell unredlich", sagte Lieberman. "Ich weiß nicht, wie man mit einer Regierung verhandeln soll, die einen Minister hierher schickt, der uns alle einfach anlügt." Mottakis Ausführungen zu Menschenrechtsverletzungen im Iran nannte der US-Senator empörend und bestürzend.
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Der Iran reichert Uran bisher nur auf einen Grad von 3,5 Prozent des spaltbaren Isotops U 235 an. Ahmadinedschad hatte vor wenigen Tagen erklärt, sein Land sei bereit, das schwach angereicherte Material im Ausland auf den Grad von 20 Prozent bringen zu lassen, um es in einem medizinischen Forschungsreaktor einsetzen zu können. Der Atomdeal droht aber an Details zu scheitern. Der Westen kündigte für diesen Fall verschärfte Wirtschaftssanktionen gegen den Iran an.
Quelle: AFP , dpa , dapd
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