Irans Präsident Ahmadinedschad glaubt, der Holocaust sei ein Märchen (Foto: Reuters)
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat den Holocaust erneut bestritten. Er sei "eine falsche Behauptung, ein Märchen, der als Vorwand für Verbrechen gegen die Menschheit benutzt wird", sagte Ahmadinedschad bei einer anti-israelischen Kundgebung zum so genannten Al-Kuds-Tag am Freitag in Teheran.
Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem. In der iranischen Hauptstadt und anderen Städten des Landes demonstrierten nach Angaben der staatlichen Medien hunderttausende Menschen gegen Israel. Zum ersten Mal seit Mitte Juli nahmen Anhänger der Opposition die Demonstrationen zum Anlass, gegen die umstrittene Regierung zu protestieren.
Proteste der Opposition
Augenzeugen sprachen von vielen tausend Menschen, die sich durch grüne Armbänder oder Kleidung als Anhänger von Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi zu erkennen gaben. Sie protestierten gegen den umstrittenen Wahlsieg von Präsident Ahmadinedschad, dem sie Wahlbetrug vorwerfen, und riefen "Freiheit, Freiheit" sowie "Tod dem Diktator".
Zusammenstöße mit Polizei
Oppositionsanhänger berichten, dass es dabei zu Zusammenstößen zwischen den Demonstranten und der Polizei kam. Im Internet wurden Fotos von verletzten Protestlern veröffentlicht. Zudem kursierten Gerüchte über Verhaftungen und angebliche Übergriffe auf den ehemaligen Präsidenten, Mohammed Chatami. Die Polizei hatte die Opposition im Vorfeld scharf davor gewarnt, die Veranstaltung für Proteste gegen die Regierung zu nutzen.
Hintergrund ist Besetzung Ost-Jerusalems
Der Al-Kuds-Tag ist im Iran ein gesetzlicher Feiertag und wird traditionell am letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan begangen. Hintergrund ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967.
Rede als Höhepunkt
Der Höhepunkt der traditionellen Veranstaltung war ein Gebet in der Teheraner Universität mit der anti-israelischen Rede Ahmadinedschads. Er sagte, falls die Europäer Millionen von Juden getötet haben sollten, dann sollten sie den Juden auch "in Europa, Amerika oder Kanada" Land schaffen.
"Israel bedroht unsere Sicherheit"
"Warum sollen die Palästinenser wegen eines Vorfalls leiden, an dem sie nicht beteiligt waren?", fragte Ahmadinedschad. "Es ist unsere nationale, religiöse und islamische Pflicht, dem zionistischen Regime weiterhin entgegenzutreten." Israel bedrohe die nationale Sicherheit aller Staaten im Mittleren Osten.